Das Tempo war zwischendurch etwas zu gemächlich, da ich aber die Figuren glücklicherweise wieder sehr mochte, hat es nicht zu sehr gestört.
Einige Jahre sind verstrichen in den vier Londons, wo alles begann. Im roten London, in dem die Magie allgegenwärtig ist, macht sich Unzufriedenheit breit. Es geht sogar das Gerücht um, dass eine mysteriöse Organisation mithilfe eines magischen Artefakts ein Attentat auf den König plant. Die Suche nach den Attentätern führt die Magierin Lila Bard nicht nur ins weiße und graue London, sondern auch auf die Spur einer jungen Tüftlerin, die die Fäden der Magie manipulieren kann, und damit das Gleichgewicht zwischen den Welten verändern könnte.Ich habe die Trilogie der "Farben der Magie" wirklich sehr gemocht und obwohl es schon einige Jahre her ist, dass ich diese Bücher gelesen habe, war es doch ein klein wenig wie nach Hause zu kommen.Zwar verlief der Einstieg ein klein wenig zäh, da wir anfangs vielen verschiedenen (neuen) Figuren folgen, deren Rollen für den weiteren Verlauf nicht immer klar ersichtlich waren. Dennoch habe ich schnell gemerkt, wie gerne ich wieder in dieser Welt war.Da auch schon die Trilogie immer ein wenig mit ihrem Erzähltempo zu kämpfen hatte, war das also nichts Neues und nach kurzen anfänglichen Schwierigkeiten, hat es mir sogar dabei geholfen, wieder richtig in dieser Welt anzukommen.Spätestens als wir uns endlich den altbekannten Figuren zugewendet haben, hat mich das Tempo kaum noch gestört, da ich so die nötige Zeit bekommen habe, um mich mit ihnen wieder vertraut machen zu können und in Ruhe erfahren konnte, was sie in den sieben Jahren seit dem Ende von "Die Beschwörung des Lichts" alles erlebt haben und wie ihre Welt(en) sich verändert haben.Allerdings hat der Spannungsaufbau sich etwas zu sehr darauf gestützt, dass es um irgendeine - lange etwas unklare - Hintergrundbedrohung ging, die sich gegen die Krone im roten London richten sollte.Als wir dann auch noch sehr spät in der eigentlichen Geschichte uns die Zeit genommen haben, um sehr tief in die Hintergrundgeschichte von Tes einzutauchen, war das eindeutig zulasten der bisher ja schon sowieso eher mäßigen Spannung.Dabei fand ich es wirklich gut so viel über Tes zu erfahren, da sie nun mal eine wahnsinnig wichtige (und auch schnell sympathische) neue Figur ist, aber das hätte auch deutlich früher in der Handlung geschehen können und hätte sich dann nicht so angefühlt, als würden wir mitten im Geschehen erst mal ordentlich auf die Bremse treten.So richtig spannend wird es dann aber doch noch, wenn auch erst auf den letzten hundert Seiten ungefähr.Dort überschlagen sich die Ereignisse und selbst unsere - angeblich so unbesiegbaren - Antari geraten mal wieder in Lebensgefahr.So konnte ich dann also zum Ende hin das Buch mal wieder kaum weglegen.Natürlich wird noch längst nicht alles aufgeklärt, wobei es trotzdem schon ein paar Überraschungen gab (wie z.B. das Lüften der Identität der zweiten Verschwörerin, was ich wirklich erst im Verlaufe des nächsten Buches erwartet hatte) und nachdem die Geschehnisse im weißen London bisher keinerlei Auswirkungen auf die anderen Londons hatten, braut sich dort mal wieder irgendein Unheil zusammen und ich bin sehr gespannt darauf, was uns dort im nächsten Teil erwarten wird.Aber auch im roten London ist ja noch längst nicht alles wieder gut und es lauert weiterhin eine gewisse Bedrohung und ganz eindeutig baldiger Verrat ganz nah am Palast.Die Weichen sind also für einen spannenden zweiten Teil gestellt und ich freue mich schon darauf, diese Figuren wieder zu treffen.Hoffentlich wird die Wartezeit nicht zu lang!Fazit: Das Tempo war zwar zwischendurch etwas zu gemächlich, aber da ich einfach zu gerne wieder in dieser Welt war, um Zeit mit diesen Figuren zu verbringen, hat mich das weniger gestört. Auch wenn manchmal wirklich extrem auf die Bremse getreten wurde, wodurch die sowieso nur mäßige Spannung (Bedrohung, Mordkomplott, Umsturzversuche etc.) dermaßen in den Hintergrund gedrängt wurde, um den Figuren und ihren Hintergrundgeschichten noch mehr Raum zu geben - zum Glück mochte ich die Figuren und die Welten einfach wieder sehr, sodass mich das nicht zu sehr stören konnte.Ich erwarte jedenfalls nun ungeduldig den zweiten Teil und bin gespannt, was uns und die verschiedenen Londons dort noch alles erwarten wird.