Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die ihr Leben im Griff hat und trotzdem spürt, dass ein Teil ihrer Familiengeschichte fehlt. Als sie in den Unterlagen ihrer verstorbenen Großmutter auf ein altes Flugticket nach Neuseeland stößt, tauchen Fragen auf, die lange unbeantwortet blieben. Besonders die Vergangenheit ihrer Mutter liegt wie ein stiller Schatten über allem.
Die Reise nach Neuseeland ist kein klassisches Abenteuer, sondern ein Schritt nach vorn. Die neue Umgebung, die Arbeit zum Schutz der Natur und die Begegnungen vor Ort verändern ihren Blick auf vieles. Dabei bleibt die Geschichte glaubwürdig, denn nichts wirkt übertrieben oder gestellt.
Die Familiengeschichte zeigt sich nach und nach. Es geht um alte Wunden und lange Zeit des Schweigens, ohne dass etwas dramatisch ausgeschmückt wird. Diese Zurückhaltung macht das Erzählte greifbar. Es geht nicht um Schuld, sondern um Verstehen und den Mut, sich der Vergangenheit zu stellen.
Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam. Sie drängt sich nicht auf und steht nicht im Vordergrund. Nähe entsteht durch Gespräche, durch gemeinsame Momente und Vertrauen.
Beim Lesen fühlt man sich den Figuren nah. Die Geschichte lässt Zeit zum Nachdenken und bleibt lange im Gedächtnis. Am Ende zeigt sie, dass Heilung möglich ist, auch wenn sie nicht vollkommen sein muss.
Dieser 4. Band der Blumentöchter-Reihe hat mir unterhaltsame Lesestunden bereitet. Sehr gerne empfehle ich ihn weiter.
Eine klare 5-Sterne-Empfehlung für alle, die Geschichten über Familie, Herkunft und Veränderungen lieben.