Eine ruhige, aber emotional starke Sports-Romance, die zeigt, wie schön es sein kann, wenn zwei Menschen sich wirklich sehen.
Tatsächlich ist es schon eine ganze Weile her, dass ich ein Buch von Ana Huang gelesen habe. Aber die, die ich gelesen habe, habe ich durchweg geliebt. Doch was mir sofort aufgefallen ist, war, dass diese Sports-Romance von Ana weniger laut ist als ihre anderen Bücher, aber dafür emotionaler und überraschend reif daherkam.Brooklyn Armstrong, Sporternährungsberaterin und Tochter des legendären Blackcastle-Coachs, ist es gewohnt, sich gegen Vorurteile und unterschwellige Kritik zu behaupten. Als Vincent DuBois - Kapitän des Teams, Superstar und Bruder ihrer besten Freundin - von einem Stalker bedroht wird, zieht er kurzerhand bei ihr ein. Was als Notlösung beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Mischung aus knisternder Spannung, verbotener Nähe und einer Wette, die alles nur noch komplizierter macht.Also, ich weiß nicht, wie ich es anders sagen soll, aber ich habe alles an Brooklyn und Vincent geliebt.Brooklyn war eine sehr ehrgeizige, kompetente und sympathische junge Frau, die allerdings noch ihren Platz in der Welt sucht. Sie fühlt sich oftmals, was vor allem ihrer Vergangenheit geschuldet ist, fehl am Platz in ihrer eigenen Familie und hat dadurch auch sehr verletzliche Seiten. Was ich aber wohl am meisten an ihr mochte, war, wie sie sich im Verlauf der Geschichte weiterentwickelt hat. Denn auch wenn es ab und an schmerzhaft war, ist sie ihrem Weg gefolgt, ohne sich immer weiter hintenanzustellen.Und Vincent? Er war ein Good-Guy und eine wandelnde Green-Flag durch und durch. Ihn musste man einfach lieben. Er war loyal, verantwortungsbewusst und einfach ein netter Typ. Er hat die Konstante im Buch gespielt und war mit seiner starken Art immer präsent. Tatsächlich war er wohl der "sanfteste" Protagonist, den ich bisher von Ana kennengelernt habe, und gerade deswegen bin ich ihm mit Haut und Haaren verfallen.Auch wenn ich gesagt habe, dass The Defender ohne großes Drama ausgekommen ist, gab es genug Spannung zwischen Brooklyn und Vincent, um die Seiten Funken sprühen zu lassen. Ich fand es ehrlich gesagt sehr erfrischend, dass sich die Beziehung zwischen den beiden sehr natürlich und nicht zu überstürzt entwickelt hat und es auch keine unnötige Trennung gab. Stattdessen war sie reif und natürlich.Ein weiteres Highlight war für mich die Blackcastle-Mannschaft und die weiteren Nebenfiguren. Diese waren loyal, chaotisch und witzig und haben eine gewisse Lockerheit in die Geschichte bekommen.Der Stalker-Plot hat zudem noch Spannung in die Story gebracht, was das fehlende Drama mehr als ausgeglichen hat. Tatsächlich muss ich sagen, dass ich zwar so meine Ahnung hatte, wer der Stalker sein könnte, aber die Auflösung trotzdem gut gelungen fand.Zusammenfassend kann ich sagen, dass Ana Huang mit The Defender dieses Mal mehr auf die emotionale Entwicklung der Charaktere setzt als auf Drama. Und ich habe jede Seite geliebt.