solide Unterhaltung für ein paar kurzweilige Lesestunden.
Die letzten beiden Bücher von Freida McFadden waren für mich ja leider keine Volltreffer. Trotzdem war meine Neugier groß genug, um es noch ein drittes Mal mit "Die Ehefrau" zu versuchen. Schließlich heißt es nicht ohne Grund: Aller guten Dinge sind drei! Ob sich der dritte Versuch gelohnt hat? Zumindest so weit, dass dieses Buch für mich bislang das beste aus dieser Dreier-Auswahl ist.Aber kommen wir doch zuerst einmal zum Inhalt: Sylvia Robinson wird im Haus der Barnetts als private Pflegekraft eingestellt. Nach einem Unfall benötigt Victoria Barnett rund um die Uhr Betreuung. Sie kann weder gehen noch sprechen und ist an ihr Bett im obersten Stockwerk des Hauses gefesselt. Daher hat ihr Mann Sylvia als Unterstützung hinzugeholt. Doch schon bald hat Sylvia das Gefühl, dass Victoria nicht so hilflos ist, wie sie scheint. Dann entdeckt sie Victorias Tagebuch versteckt in einer Kommode. Und was sie darin liest, zieht ihr den Boden unter den Füßen weg.Auch dieses Buch bestätigt im Grunde wieder, dass die Autorin eigentlich ja genau weiß, wie man Leser bei der Stange hält. Es ist vielleicht keine anspruchsvolle Lektüre, aber definitiv eine, die sich angenehm schnell wegliest. Kaum hatte ich angefangen, war ich nämlich auch schon wieder am Ende angelangt.Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der Hauptprotagonistin Sylvia, wobei die Handlung immer wieder durch die Tagebucheinträge von Victoria ergänzt wird. Dieser Perspektivwechsel hat mir grundsätzlich gut gefallen, weil er nach und nach weitere Einblicke in die Vergangenheit liefert und die Spannung aufrechterhält. Inhaltlich erfüllten die Tagebucheinträge demnach ihren Zweck, wirklich authentisch wirkten sie auf mich aber nicht. Wer schreibt denn bitte seitenlange Dialoge inklusive wörtlicher Rede so wortwörtlich mit?!Mit Sylvia bin ich leider auch nie richtig warm geworden. Ich persönlich mag ja Protagonistinnen, die die Dinge auch mal kritisch hinterfragen, ihrer Intuition vertrauen, aufmerksam sind und nicht jede Erklärung sofort für bare Münze nehmen. Im Gegensatz dazu war Sylvia mir stellenweise einfach zu leichtgläubig. Ihre Naivität stand mir beim Lesen daher leider viel zu oft im Weg.Victoria war für mich dahingegen eindeutig die interessantere Figur. Ihre Geschichte und ihre Rolle innerhalb der Handlung haben bei mir wesentlich mehr Anteilnahme geweckt. Je mehr ich über sie erfahren habe, desto mehr rückte sie für mich plötzlich in den Mittelpunkt der gesamten Geschichte.Aber leider konnten mich die Wendungen auch dieses Mal nur bedingt überraschen. Viele Entwicklungen bewegten sich für mich auf sehr vertrauten Wegen und die entscheidende Auflösung hatte ich tatsächlich schon eine ganze Weile vorher im Kopf. Ich hatte demzufolge nicht wirklich das Gefühl, ernsthaft auf eine falsche Spur geführt zu werden. Dafür waren viele der eingestreuten Verdachtsmomente einfach nicht glaubwürdig genug.Trotzdem muss ich sagen, dass mich das Buch insgesamt recht gut unterhalten hat. Einen bleibenden Eindruck hinterließ es bei mir zwar nicht, gelangweilt habe ich mich aber auch nicht. Als leichte Lektüre für zwischendurch funktioniert es demnach auf jeden Fall.Von meinen bisherigen drei Leseerfahrungen mit der Autorin hat mir dieses Buch somit am meisten zugesagt. Es ist sicherlich kein Highlight und erfindet das Thriller-Genre auch nicht neu, bietet aber dennoch solide Unterhaltung für ein paar kurzweilige Lesestunden.