humorvoll, kurzweilig, wenn auch mit ein paar Längen
In diesem Buch lernen wir die Mittfünfzigerin Carmen kennen, die kurzzeitig ihrem 83 jährigen Papa beherbergt, dessen Haus von der Ahrtalflut betroffen ist.Was da so alles passieren kann, wenn zwei Generationen mit vollkommen unterschiedlichen Lebenseinstellungen auf engen Raum zusammen leben wird von Kristina Hortenbach humorvoll geschildert.Heinz, der Papa ist ein wahres Schlitzohr mit einem Herz aus Gold, viele seiner Eigenheiten, habe ich schon bei so manchen Senioren beobachten können. Carmens Gedanken vor einem Klassentreffen, mit Mitschülern, die sie Jahrzehnte nicht gesehen hat, waren nachvollziehbar geschildert. Mir wurde auch schon einmal auf einem solchen Treffen gesagt, dass ich mich nicht verändert hätte, von einem Mitschüler, den ich leider nicht wiedererkannt habe.Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gestaltet, Thea die Freundin der Protagonistin habe ich direkt ins Herz geschlossen.Die Autorin packt viele Themen in den Roman, sodass manche Erzählstränge fast versanden, bevor sie schlussendlich doch noch aufgeklärt werden. Gerade die Geschichte um Dominik hätte es in meinen Augen nicht gebraucht, vor allem weil sie doch sehr oberflächlich abgehandelt wurde.Bei der Schilderung der Begegnungen von Heinz und Carmen mit der Presse ( Zeitung, Fernsehen und Radio ) kommt der Autorin ihre Tätigkeit als Reporterin auf jeden Fall zu Gute.Alles in Allem eine herzerfrischende Geschichte, auch wenn sie zwischenzeitlich ein paar Längen aufweist.In der Hoffnung nicht selbst mit Excel Listen und Tiefkühlprodukten alt zu werden, läßt mich das Buch mit einem Schmunzeln zurück.