Ich konnte "The Knight and the Moth" von Rachel Gillig leider nur 3 Sterne geben, was mir tatsächlich ein bisschen weh tut. Denn der Anfang hat mir richtig gut gefallen. Zum einen fand ich das Magiesystem spannend, weil es sich für mich mal nach etwas Neuem angefühlt hat. Auch die Welt der Weissagerinnen hatte ich in dieser Form bisher noch nicht gelesen. Wobei sie mich stellenweise ein kleines bisschen an 'Minority Report' mit Tom Cruise erinnert hat, falls den außer mir noch jemand kennt. ^^Besonders mochte ich es, gemeinsam mit Sechs / Sybil die ganzen Geheimnisse Stück für Stück zu entdecken. Je mehr Fragen sie gestellt hat und je mehr sie begonnen hat, das zu hinterfragen, was man ihr ihr ganzes Leben lang beigebracht hat, desto interessanter wurde sie für mich. Am Anfang noch eher zurückhaltend, wächst sie immer mehr über sich hinaus und genau das habe ich gefeiert.Und natürlich muss ich auch den Gargoyle erwähnen. Er war für mich definitiv eines der Highlights des Buches. Lustig, liebenswert und einfach eine tolle Bereicherung. Vor allem, weil er die ansonsten doch recht triste Geschichte immer wieder etwas aufgelockert hat.Denn genau da lag leider eines meiner größten Probleme. Mit der Zeit wurde mir alles etwas zu trocken, düster und auch zu traurig. Das Lesen fühlte sich stellenweise zäh und langwierig an und dieses Gefühl wurde leider immer stärker, je weiter ich gekommen bin.Dazu kam, dass mir die Welt mit ihrer Geschichte und die Magie letztlich viel zu dünn erzählt wurden. Obwohl ich das Buch beendet habe, habe ich das Gefühl, diese Welt immer noch nicht wirklich greifen zu können. Ich weiß erstaunlich wenig über sie, weil vieles nur angerissen wurde. Gerade bei einem Fantasybuch wünsche ich mir aber, richtig in die Welt eintauchen zu können.Auch die Prüfungen gegen die Omen konnten mich nicht komplett überzeugen. Im Grunde ziehen die Figuren von einer Prüfung zur nächsten und das war mir auf Dauer einfach zu geradlinig. Mir haben Überraschungen oder größere Herausforderungen gefehlt.Die Romance war für mich ebenfalls okay, hat mich aber nicht umgehauen. Es war letztlich die bekannte Dynamik: grummeliger Ritter trifft auf die junge Frau, die beschützt werden muss. Das war nett zu lesen, aber nichts, was mich emotional besonders erreicht hätte.Und dann war da noch der Schreibstil. Ich weiß, dass viele genau das an Rachel Gillig lieben werden, aber für mich war er stellenweise einfach zu poetisch und ausschweifend. Dadurch wurde das Lesen zusätzlich verlangsamt und hat das ohnehin schon eher gemächliche Erzähltempo für mich noch verstärkt.So ab ungefähr 70 % hat mich das Buch deshalb leider immer mehr verloren. Und dann noch dieses Ende...Überrascht hat es mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Die Hinweise waren da. Trotzdem hat sich diese Entwicklung für den Charakter nicht richtig angefühlt. Ja, sie wurde angedeutet, aber gleichzeitig wirkte sie wie eine 180-Grad-Wendung, die für mich nicht wirklich zu der Figur gepasst hat. Dadurch wurde die Geschichte am Ende leider eher noch unstimmiger statt stärker, weshalb ich am Ende so richtig enttäuscht war.Wirklich schade, denn die Grundidee, die Weissagerinnen und die vielen Geheimnisse haben mir anfangs richtig gut gefallen. Aber je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr verlor sie mich und daher werde ich die Reihe vermutlich nicht weiterverfolgen.