Between Fading Stars ist der ruhige Abschluss der London is Lonely-Reihe und fühlt sich an wie ein leiser Abschied, den man nicht beschleunigen möchte. Kein lautes Finale, kein dramatisches Auftrumpfen sondern ein langsames Zurücklehnen, während sich alles noch einmal sortiert.
Hailey habe ich sofort verstanden. Nicht, weil sie perfekt ist, sondern weil ihre Unsicherheiten so vertraut wirken. Dieses Schwanken zwischen dem Wunsch, gesehen zu werden, und der Angst, zu viel preiszugeben. Die Einblicke in ihr Leben als Autorin, in das Schreiben selbst, in das Hoffen und Zweifeln, haben sich überraschend echt angefühlt fast so, als würde man einen Blick hinter den Vorhang werfen, den Bücher sonst geschlossen halten.
Wes begleitet diese Geschichte mit einer stillen Präsenz, die mir besonders nah gegangen ist. Nach allem, was war, wirkt er verletzlicher, nachdenklicher, manchmal verloren und gerade dadurch sehr menschlich. Ihre gemeinsame Vergangenheit liegt wie ein Schatten über jedem Gespräch, jeder Berührung. Nichts davon ist leicht, nichts wird übergangen. Gefühle dürfen hier unbequem sein, unausgesprochen bleiben, Zeit brauchen.
Was Anna Savas für mich erneut so stark macht, ist ihr Gespür für Zwischentöne. Sie erzählt nicht von großen Liebeserklärungen, sondern von Momenten, in denen ein Blick mehr sagt als jedes Wort. Der Schreibstil bleibt weich und melancholisch, ohne sich in Pathos zu verlieren. Manche Entwicklungen hätten für meinen Geschmack etwas mehr Raum verdient, manches bleibt bewusst zurückhaltend doch genau das passt zu dieser Geschichte, die nicht alles erklären will.
Ein ruhiger, emotionaler Abschluss einer Reihe, die mehr über innere Bewegungen und Gefühle erzählt als über große Wendungen. Empfehlenswert für Leser:innen, die leise Second-Chance-Romance und atmosphärisches Erzählen schätzen.