Ich hatte mir von der Geschichte mehr erhofft
Träume aus Salz hat bei mir vor allem eins ausgelöst: Dieses typische Sommergefühl, das man am liebsten festhalten möchte. Gleichzeitig bin ich aber nicht ganz ohne gemischte Gefühle aus der Geschichte gegangen.Was mich sofort abgeholt hat, war das Setting. Die kleine griechische Insel, das Meer, diese flirrende Hitze, das alles ist so lebendig beschrieben, dass man sich direkt hineinversetzt fühlt. Man bekommt richtig Fernweh und möchte am liebsten selbst dort sein. Auch der Schreibstil passt perfekt dazu, leicht, fließend und angenehm zu lesen. Die Geschichte selbst lebt vor allem von ihren Figuren. Flo, die eigentlich glücklich sein sollte, innerlich aber spürt, dass etwas nicht stimmt, wirkt sehr nahbar. Besonders die Begegnung mit Sofia bringt eine spannende, fast schon geheimnisvolle Ebene rein. Die Entwicklung zwischen den beiden ist ruhig erzählt, eher subtil, aber genau das macht den Reiz aus. Es geht viel um Zwischentöne, unausgesprochene Gedanken und dieses Gefühl, dass etwas unter der Oberfläche brodelt.Auch Matty als Figur fand ich interessant, gerade weil seine Perspektive nochmal einen anderen Blick auf die Situation ermöglicht. Er rückt im Verlauf der Geschichte allerdings etwas in den Hintergrund, es geht mehr um Flo und Sofia, was ich aber nicht schlimm fand.Was mir persönlich gefehlt hat, war ein stärkerer Höhepunkt zum Ende hin. Die Geschichte baut unterschwellig Spannung auf und ich hatte immer das Gefühl, dass gleich etwas Entscheidendes passiert. Am Ende bleibt es dann aber eher ruhig und offen. Das passt zwar zum gesamten Ton des Buches, hat mich aber nicht ganz zufrieden zurückgelassen.Träume aus Salz ist ein Buch, das vor allem durch seine Atmosphäre und die leisen Emotionen wirkt. Wer keine große Dramatik erwartet, sondern sich auf eine ruhige, gefühlvolle Geschichte einlassen möchte, wird hier definitiv fündig. Ich hätte mir nur am Schluss noch ein kleines bisschen mehr gewünscht.