Buchmeinung zu Alexander Oetker »Leon und die Frau im blauen Kleid«
»Leon und die Frau im blauen Kleid« ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2026 bei Hoffmann & Campe erschienen ist. Dies ist der erste Fall für Commissaire Leon de Cavallier und seine Kollegin Nadia Bentaleb, die in Nizza ermitteln.
Zum Autor:
Alexander Oetker, geboren 1982, ist Bestsellerautor und TV-Journalist, als Frankreich-Experte von RTL und n-tv berichtet er seit 15 Jahren über Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Er ist zudem Kolumnist und Restaurantkritiker der Gourmetzeitschrift Der Feinschmecker. Er lebt mit der Familie zwischen Brandenburg, Berlin und der französischen Atlantikküste.
Zum Inhalt:
Die Leiche einer jungen Frau in einem blauen Kleid wird in Nizza an den Strand gespült. Commissaire Leon de Cavallier ermittelt gemeinsam mit Commissaire Nadia Bentaleb, die aus den Vororten von Paris stammt.
Meine Meinung:
Bei den Kriminalromanen von Alexander Oetker freue ich mich immer auf die Informationen um den Fall herum. Diesmal geht es an die Cote dAzur nach Nizza und Monaco in die Welt der Superreichen. Doch auch hier gibt es die Ghetto-artigen Vororte voller Armut und Hoffnungslosigkeit. Dieser Gegensatz wird auch bei den beiden Hauptfiguren befeuert. Der Snob Leon de Cavallier trifft auf die Farbige Nadia Bentaleb, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Nicht nur an dieser Stelle werden viele Klischees bedient. Beide Kommissare begegnen sich zuerst distanziert und mit einer gewissen Abneigung. Doch der Fall der getöteten jungen Frau kann nur geklärt werden, wenn beide ihre Qualitäten ausspielen können. Der Fall ist spannend erzählt und bietet einige überraschende Wendungen. Leon und Nadia fassen Vertrauen ineinander, können den Fall lösen, ecken jedoch mehrfach bei einflussreichen Personen an. Nach Abschluss des Mordfalls kommt es zu einem Attentat auf Leon de Cavallier und die Todesanzeige aus dem Prolog wird real.
Es wird eine Fortsetzung geben und beide Kommissare arbeiten daran, ihre Feinde zu bekämpfen.
Die beiden Hauptfiguren wirken trotz oder gerade wegen ihrer massiven Grautöne sympathisch. Insgesamt hat mich der Titel lange Zeit sehr gut unterhalten. Die atmosphärische Beschreibung der Region und der spannende Mordfall haben mich überzeugt. Der Erzählstil ist lebendig und mitreißend. Weniger gut hat mir der Epilog gefallen, der zeigt, dass beide Kommissare auf einer Mission unterwegs sind.
Fazit:
Mich hat dieses Buch des Autor lange Zeit sehr gut unterhalten und die Zusatzinformationen um den Fall herum sind ein deutlicher Mehrwert. Der Epilog mag für die Hintergründe wichtig sein, wirkte an dieser Stelle aber schlicht deplaziert. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Empfehlen kann ich das Werk als atmosphärischen Krimi.