Mitten in einem noblen Stockholmer Vorort wird eine junge Mutter in ihrer Villa erschossen. Es sieht so aus, als ob sie ihren Mörder selbst ins Haus gelassen hätte. Ermittlerin Sakka Pienni merkt bei ihren Ermittlungen, daß das Leben der Toten nicht so glücklich war, wie ihr Ehemann Gustav behauptet. Bei der Suche nach dem Mörder rückt Gustavs Vergangenheit immer mehr in den Mittelpunkt. Als es einen weiteren Toten gibt, beginnt für Sakka ein Wettlauf gegen die Zeit.Lina Bengtsdotter hat mit "Waldnacht" eine neue Serie an den Start gebracht. Mit Sakka als Ermittlerin hat sie eine sehr vielseitige Charaktere erschaffen. Sie gräbt bei ihren Ermittlungen tief, gibt sich nicht geschlagen - was ihren Kollegen nicht immer gefällt und durchaus auch mal für Mißstimmung sorgt. Wie in Schwedenkrimis leider üblich, trägt auch sie einen dickes Paket an Problemen mit sich herum. Manische Depressionen, Synästhesie und traumatische Kindheitserinnerungen prägen sie. Dies hat mir den Lesespaß ein wenig getrübt, denn man könnte meinen, in Schweden hätte jeder psychische Probleme - so wie dies in jedem Schwedenkrimi thematisiert wird. Der Schreibstil der Autorin hingegen ist richtig gut. Sie schreibt locker und flüssig, fängt die jeweilige Atmosphäre gut ein und vermittelt sie dem Leser. Immer wieder fügt sie Rückblenden ein, in denen man Hintergründe erfährt, die für den Fall wichtig sind. Die Kapitel sind dabei in einer angenehmen Länge gehalten. Dieser Krimi kommt sehr ruhig und unaufgeregt daher. Es gibt keine plötzlichen Wendungen, was für mich gewöhnungsbedürftig war. Hier steht eher ruhige Ermittlungsarbeit im Vordergrund.