Was passiert mit der angeblich schönsten Zeit des Jahres, dem Urlaub, wenn FOMO kickt, Instagram fordert und der gesellschaftliche Druck schwer auf den Schultern lastet (sofern man es zulässt)? Sind streng durchorganisierte Reisen, Kreuzfahrten und Sightseeing-Hopping noch erholsam oder dienen sie nur dem Prestige und dem Aufzählen dessen, was man alles geschafft hat?Mit diesem aktuellen und relevanten Thema beschäftigt sich der Autor. Er geht dabei auf den zunehmenden Leistungsdruck beim Reisen ein und stellt die Frage, warum Urlaube oft nicht mehr die erhoffte Erholung bringen. Er beleuchtet das Reisen aus den verschiedensten Blickwinkeln, zeigt anhand von Studien, wie sich das Reiseverhalten verändert hat, und geht auf viele problematische Themen wie Massentourismus, Social Media und die Jagd nach immer neuen Erlebnissen ein. Besonders nach Corona gilt immer mehr das Credo, möglichst viel aus dem eigenen Leben herauszuholen: Erlebnisse schaffen und Bucketlisten abarbeiten. Doch kann man sich dann noch auf die Umgebung und die Menschen einlassen? Ist es noch möglich, sich treiben zu lassen, oder wird man am Ende zum Getriebenen im eigenen Urlaub?Ich fand das Aufzeigen der Problematiken gut und auch die Reflexion darüber, was der Mediendruck mit den Reisenden und den Reisezielen macht. Leider wiederholen sich viele Argumente im Verlauf des Buches, sodass die Lektüre stellenweise etwas langatmig wurde. Der Aspekt der Nachhaltigkeit fiel mir etwas zu knapp aus, denn vieles von dem, was der Autor beschreibt, war mir bereits bekannt. Wer sich bereits mit nachhaltigem oder bewusstem Reisen beschäftigt hat, wird vermutlich nur wenige wirklich neue Erkenntnisse finden. Leider bleiben auch die Schlussfolgerungen recht allgemein. Sie hätten konkreter ausfallen können.Insgesamt ist es ein solides Sachbuch mit guten Denkanstößen, das sich angenehm lesen lässt. Für Menschen, die sich bereits mit FOMO, Medien und Reisen beschäftigt haben, bringt es allerdings kaum noch neue Erkenntnisse.