Autor Philipp Laage geht in seinem Buch der Frage nach, warum Reisen manchmal mehr Stress als Erholung bedeutet und wie wir wieder gelassener und bewusster unterwegs sein können. Das Buch hat dabei einige gute Ansätze und durchaus interessante Gedanken, dennoch konnte es meine Erwartungen nicht komplett erfüllen.Jedes Kapitel enthält eine Menge Theorie - klar, es ist ja auch ein Sachbuch. Themen wie Overtourism, FOMO, der eigene CO¿-Fußabdruck bis hin zur Geschichte von AirBNB werden vom Autor ausführlich beschrieben und analysiert. Das sind ganz klar alles spannende und relevante Themen, allerdings hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass mir zwar viel erklärt, aber vergleichsweise wenig Neues dazu erzählt wird. Gerade in den vergangenen Jahren wurden diese Themen schließlich in Medien, Podcasts und Co. schon ausführlich diskutiert. Ich hätte mir daher mehr neue Perspektiven und Erkenntnisse gewünscht.An anderen Stellen wurde es dann aber trotzdem interessant, zum Beispiel wenn Laage beschreibt, wie sich unsere Art zu reisen in den letzten 50 Jahren verändert hat. Dank Internet und Smartphone lässt sich heute nahezu alles im Voraus planen, vom besten Restaurant bis hin zum perfekten Aussichtspunkt. Dabei bleibt das spontane Entdecken gerne mal auf der Strecke. Laages Vorschlag ist einfach: weniger Tempo, mehr Zeit. Tolle Erfahrungen entstehen nicht unbedingt dort, wo man möglichst viele Sehenswürdigkeiten in kurzer Zeit unterbringt. Sie entstehen oft in den kleinen Momenten, beim Verweilen, beim durch eine Gasse schlendern und wenn man Dinge entdeckt die gar nicht auf der Bucketlist standen. Das ist tatsächlich etwas das man sich wieder öfter ins Gedächtnis rufen kann.Ein paar seiner weiteren Tipps fand ich hingegen etwas banal, z.B. nicht ständig durch Social Media zu scrollen und die Nachrichten aus der Heimat auch mal absichtlich zu verpassen. Das sollte sich inzwischen zu jedem rumgesprochen haben.Mein Fazit zum Buch fällt deshalb etwas zwiespältig aus: es liefert vereinzelt interessante Denkansätze und regt dadurch auch durchaus dazu an, das eigene Verhalten zu hinterfragen. Die großen neuen Erkenntnisse sind für mich persönlich zwar ausgeblieben - andere Leser finden im Buch vielleicht aber mehr Anregungen und neue Inhalte als ich.