In Four Head Missing geht es um den Torso-Mörder, der die Köpfe seiner Opfer entfernt und die anderen Körperteile entsorgt. So taucht auch eines Tages ein Torso im sich im Bau befindlichen neuen Hauptquartier der Metropolitan Police in London auf. Bald geschehen auch noch weitere Morde. Nachdem Will Berger der Polizei schon im Fall von Jack the Ripper geholfen hat, wendet diese sich nun wieder an ihn. Irene Adams geht zunächst selbst auf Spurensuche und tut sich dann mit Will zusammen, um zu ermitteln.
Es handelt sich hier um einen historischen Kriminalroman, der teilweise auf Tatsachen beruht.
Als kleinen Hinweis vorab: Ich habe den ersten Band nicht gelesen und kenne daher die Personen und Hintergründe nicht.
Zunächst hatte ich Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Man wird direkt in mehrere Szenarien hineingeworfen und kann das Ganze am Anfang nicht so richtig zuordnen. Auch mit den vielen Charakteren hatte ich zunächst ziemliche Schwierigkeiten. Am Anfang des Buches gibt es zwar eine Liste der vorkommenden Personen, allerdings war es gerade beim E-Book stellenweise mühselig, immer wieder dorthin zurückzublättern. Dadurch bin ich auch immer wieder aus dem Lesefluss geraten. Als ich schließlich bei den Personen durchgestiegen war und in die Geschichte hineingefunden hatte, hat sie mir dann doch ganz gut gefallen.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, wodurch man Einblicke in unterschiedliche Perspektiven und Handlungsstränge bekommt. Die Perspektivwechsel haben dabei auch die Spannung gesteigert. Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel, durch die sich der Roman insgesamt recht kurzweilig lesen ließ. Auch der Schreib- und Erzählstil haben mir prinzipiell gut gefallen. Der Schreibstil war flüssig und gut verständlich.
Will Berger fand ich als Charakter besonders spannend. Ich mochte den Ermittler und seine Handlungsweise. Auch Irene und Will ergänzen sich durch ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten gut, wodurch ihre Zusammenarbeit interessant ist. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden, die zum Glück nicht allzu sehr im Fokus steht, hätte es für mich allerdings nicht unbedingt gebraucht. Sie wirkte auf mich eher etwas unpassend und konnte mich nicht wirklich überzeugen.
Spannend fand ich, dass der Fall auf wahren Begebenheiten beruht, während die Geschichte drumherum erfunden ist. Dadurch bekommt das Ganze noch einmal einen besonderen Reiz.
Auch die Atmosphäre hat mir gut gefallen. Sie wirkte teilweise düster, mysteriös und authentisch. Allerdings hat mir die Atmosphäre des viktorianischen Zeitalters etwas gefehlt. Hier hätte ich mir stellenweise noch mehr dieses typische Zeitgefühl gewünscht.
Insgesamt eine sehr spannende Geschichte, die mich trotz der anfänglichen Schwierigkeiten abholen konnte. Eine Empfehlung für alle, die gerne historische Kriminalromane lesen und Interesse an Fällen haben, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Wer außerdem düstere und mysteriöse Ermittlergeschichten mit verschiedenen Perspektiven mag, könnte hier durchaus auf seine Kosten kommen.