Ein historischer Kriminalroman, der mit vielen Wendungen bis zur letzten Seite für Spannung sorgt. Gustav Heller und sein Assistent Schrumm werden zunächst mit einem sonderbaren Fall konfrontiert. Dieser stellt sich jedoch bald als sehr dramatisch heraus. Sehr gut kommt in diesem Roman das Verhältnis der beiden Ermittler zur Geltung. Gustav Heller lebt auf seinem Gestüt nahe Dresden und ist ein Mann der Tat und der direkten Worte. Er scheut keine Konfrontation und stößt dabei seine Mitmenschen des Öfteren vor den Kopf. Sein Assistent Schrumm ist eher in sich gekehrt und bisweilen etwas zart besaitet. So muss er sich die eine oder andere bissige Neckerei von seinem Vorgesetzten gefallen lassen. Gerade diese Gegensätze der beiden Hauptprotagonisten sorgen für ein interessantes Zusammenspiel bei den Ermittlungen, was mir sehr gut gefällt. Auch die zahlreichen Nebencharaktere sind sehr gelungen ausgearbeitet. Über die Figur von Karl May musste ich mehrfach schmunzeln und habe dabei auch einiges über ihn erfahren, was mir zuvor nicht bekannt war. Die Einbettung Mays in die Geschichte ist gut dosiert, sodass er eine Rolle spielt, ohne zu sehr im Mittelpunkt der Handlung zu stehen. Der Schreibstil des Autors ist anschaulich und abwechslungsreich, zugleich aber sehr gut lesbar. Die größte Stärke der Geschichte sind für mich jedoch die vielen Verdächtigen und Wendungen innerhalb der Ermittlungen. Ich hatte eine andere Vermutung und lag am Ende komplett auf der falschen Fährte. Auf diese Auflösung muss man erst einmal kommen. Dieser Fall spielt noch stärker mit zwischenmenschlichen Beziehungen und Verhältnissen als die ersten beiden Bände, wodurch die Figuren besonders lebendig wirken. Ein rundum gelungener historischer Kriminalroman mit einem markanten Ermittlerteam in einer Zeit, die von vielen Veränderungen geprägt ist.