Spannender Whodunit mit vielen Wendungen und emotionalem Background.
Toni nimmt an einem Schreibworkshop eines Bestsellerautors teil. Zusammen mit 5 anderen angehenden AutorInnen stellt sie sich eine Woche lang den Aufgaben des ziemlich rüpelhaften alten Mannes, während sie in seinem teils sehr heruntergekommenen schottischen Herrenhaus untergebracht sind. Ob dieser Mann ihr aber bei ihrer Schreibblockade helfen und so die Geschichte retten kann, die ihr so viel bedeutet?Eigentlich ist es Toni egal, denn das ist nicht der Grund dafür, dass sie Bestechungsgeld bezahlt hat, um beim Workshop dabei sein zu können.Auch als der Autor, den seine Bücher zum Millionär gemacht haben, ihnen eröffnet, dass er aus ihrer Gruppe seinen Erben auswählen wird, ändert das für Toni nichts. Sie sucht in diesem gruseligen alten Haus etwas ganz Bestimmtes.Mein EindruckEin abgeschieden gelegenes altes Herrenhaus in den schottischen Highlands, in dem sich die Angestellten alle irgendwie eigenartig verhalten. Ein tagelang wütender Sturm, der Kommunikation nach außen unmöglich macht. Ein reicher Autor, der sein Temperament nicht im Griff hat und trotzdem eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener unterrichten möchte.So weit ist das schon mal ein ziemlich gutes Setting für einen spannenden Whodunit Krimi. Hinzu kommt hier noch eine Protagonistin, die zum Schlafwandeln neigt und in dieser stressigen Situation deswegen Probleme damit hat, Traum und Realität auseinander zu halten. Dennoch ist es gerade sie, die es auf sich nimmt, das Verbrechen aufzuklären, das die ganze Gruppe in Angst und Schrecken versetzt. Schließlich war ihre Mutter Kommissarin und hat Toni viele gute Hinweise mit auf den Weg gegeben.Ich fand es richtig spannend, wie Toni ermittelt hat. Vor allem, weil sie sich selbst nie komplett ausschließen kann. Wer weiß schließlich, was sie beim Schlafwandeln so alles angestellt hat?Die doch recht zahlreichen Verdächtigen sind alle so gut beschrieben und haben so spezielle Eigenheiten, dass ich ziemlich schnell eine gute Vorstellung von allen hatte und so tatsächlich einen guten Überblick über die Charaktere behalten konnte, was mir bei einem großen Cast sonst manchmal schwerfällt.Der Kriminalfall, den Toni zu lösen hat, fand ich sehr spannend. Es gab so viele Wendungen, so viele Hintergründe, die aufgedeckt werden mussten, so viele Vertuschungsversuche... Das war schon krass und hat richtig Spaß gemacht.Mein FazitWhodunit mit solidem Setting, aus dem aber viel mehr herausgeholt wird, als ich anfangs erwartet hatte.