Ich habe The Witcherleys - Die Debütantin von Annaliese Avery gelesen und dieses Buch ist für mich bisher mein absolutes Lesehighlight des Jahres. Und das sage ich als jemand, der sehr lange um dieses Buch herumgeschlichen ist. Ich hatte es bestimmt drei Mal in der Buchhandlung in der Hand und habe es jedes Mal wieder zurückgestellt. Der Titel hat mich nicht angesprochen, das Cover gefiel mir nicht und Figuren auf Buchcovern sind ohnehin selten mein Ding. Heute bin ich unglaublich froh, dass ich ihm trotzdem eine Chance gegeben habe, denn ich liebe dieses Buch.Mein erster Gedanke beim Lesen war: Bridgerton trifft Harry Potter. Und genau diese Mischung beschreibt das Buch für mich perfekt.Die Geschichte spielt im London des Jahres 1813 und dreht sich um die siebzehnjährige Aurelia Wycherley, die gerade ihre Magie erhalten hat und damit gleichzeitig den uralten Fluch ihrer Familie erbt. In dieser Welt haben Hexen drei Jahre Zeit, ein Pendant zu finden und sich magisch zu binden, um ihre Kräfte zu behalten. Aurelia dürfte aufgrund ihres Fluchs eigentlich weder Teil der Debütantensaison sein noch an den Bällen, Festlichkeiten und der Ausbildung der zukünftigen Hexenzirkel teilnehmen. Durch die Stellung ihrer Mutter innerhalb des Hexenrats wird für sie jedoch eine Ausnahme gemacht.Während Aurelia fest entschlossen ist, einen Weg zu finden, ihre Magie auch ohne ein Pendant zu behalten, trifft sie auf Jules Nightly. Ausgerechnet seine Familie ist für den Fluch verantwortlich, der seit Generationen auf den Wycherleys lastet. Doch Jules sucht ebenfalls nach einer Möglichkeit, das bestehende System zu umgehen, nachdem seine Schwester von ihrem Pendant verlassen wurde und damit das Schicksal einer ungebundenen Hexe droht. Gemeinsam beginnen die beiden, nach Antworten zu suchen, und stoßen dabei auf Geheimnisse, die ihre Familien seit Generationen miteinander verbinden und die Zukunft der gesamten Hexengesellschaft verändern könnten.Ich habe Aurelia und Jules vom ersten Moment an geliebt. Die Chemie zwischen den beiden funktioniert wunderbar, ihre gemeinsamen Szenen machen Spaß und ihre Beziehung entwickelt sich auf eine Weise, die sich natürlich anfühlt. Gleichzeitig sind sie beide eigenständige Figuren mit eigenen Zielen, Sorgen und Problemen, wodurch die Geschichte weit mehr ist als nur eine romantische Handlung.Überhaupt sind die Charaktere eine der größten Stärken des Buches. Ich mochte Aurelias beste Freundin, ihren Bruder und vor allem ihren Besen, der sich häufig eher wie ein überdrehter Hund verhält als wie ein magischer Besen. Viele meiner Lieblingsmomente entstanden genau durch diese kleineren Szenen, die dem Buch so viel Charme, Wärme und Humor verleihen.Was mich allerdings am meisten begeistert hat, ist das gesamte Worldbuilding. Die Debütantensaison der Hexen, die Bälle, die Zirkel, die Familienfehden, die Magie, die gesellschaftlichen Regeln und die Geheimnisse hinter dem Fluch greifen so perfekt ineinander, dass ich vollkommen in dieser Welt versunken bin. Es fühlt sich gleichzeitig vertraut und völlig neu an.Der Schreibstil ist großartig, die Geschichte spannend, die Figuren liebenswert, die Emotionen treffen genau die richtigen Töne und das Buch schafft etwas, das nur sehr wenige Bücher schaffen: Ich wollte es permanent weiterlesen.Tatsächlich habe ich Band 2 bereits vorbestellt, nachdem ich vielleicht gerade einmal fünf Seiten des Buches gelesen hatte.Und wenn es ein größeres Kompliment für ein Buch gibt als dieses, dann kenne ich es nicht:Ich wünschte wirklich, ich könnte dieses Buch noch einmal zum allerersten Mal lesen.