Ein leichter, kitschiger Liebesroman für zwischendurch.
In "Kein Sommer ohne August" begleiten wir Charlie und August, die sich jeden Sommer im kleinen Buchladen "One Last Chapter" begegnen. Die Buchhandlung gehört Augusts Großmutter Molly und ist für mich eines der schönsten Elemente der Geschichte. Über mehrere Sommer hinweg entwickelt sich zwischen Charlie und August eine besondere Verbindung, getragen von ihrer Liebe zu Büchern und zum Schreiben.Erzählt wird abwechselnd aus den gemeinsamen Sommern der Vergangenheit und aus der Gegenwart. Dadurch erfährt man nach und nach mehr über die beiden, ihre Familien und das, was zwischen ihnen passiert ist. Eine schöne Idee, die die Entwicklung der Charaktere nachvollziehbar machen soll."Dass irgendwann immer Sommer ist."Für mich war die Geschichte allerdings nicht ganz ohne Schwächen. Sie ist definitiv kitschig, teilweise sehr poetisch und lebt stark von diesem ewigen "Wann passiert denn jetzt endlich etwas?". Die zweideutigen Gespräche und das Hin und Her zwischen Charlie und August haben mich irgendwann etwas ungeduldig gemacht. Gerade in der Mitte hatte die Geschichte für mich einige Längen. Auch manche Kontaktabbrüche konnte ich nicht vollständig nachvollziehen und einige Entwicklungen wirkten auf mich etwas konstruiert oder sehr plötzlich.Dazu kamen für mich auffällig viele Parallelen zu "Fünf Sommer mit dir" von Carley Fortune. Es geht nicht nur um einzelne ähnliche Motive, ich habe mindestens fünf deutliche Überschneidungen gefunden: das wiederkehrende Sommer-Setting, die Rückkehr an einen besonderen Ort, einen Sterbefall, die Organisation einer Trauerfeier und auch eine unerwartete Angelegenheit, die über einen Anwalt beziehungsweise eine Erbschaft geklärt werden muss. Gerade weil sich diese Elemente so gehäuft haben, hat mich das beim Lesen zunehmend gestört. Wer "Fünf Sommer mit dir" sehr geliebt hat, dem würde ich dieses Buch deshalb eher nicht empfehlen. Kennt man die andere Geschichte nicht, lässt sich "Kein Sommer ohne August" aber natürlich wunderbar für sich lesen.Trotz meiner Kritik mochte ich die Liebe zur Literatur, die besondere Buchhandlung und das kleine Örtchen an der Ostküste sehr. Der Schreibstil ist angenehm und die Geschichte lässt sich leicht und schnell lesen. Das Ende hat mich dann tatsächlich ein wenig emotional erreicht.Für mich insgesamt ein leichter, kitschiger Liebesroman für zwischendurch, der vor allem Leserinnen gefallen dürfte, die sich gerne in romantische Geschichten mit viel Gefühl, Sommerstimmung und einer ordentlichen Portion Drama fallen lassen.