Spannende und unterhaltsame Erzählung von Intrigen und Geheimnissen, angesiedelt im Mittelalter.
Ich habe "Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen", erschienen im März 2026 beim Lübbe Verlag, über eine Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.Der "Teufelsreigen" ist mein erstes Buch von Peter Dempf. Ich habe erst später gesehen, dass der Autor bereits mehrere Romane geschrieben hat, die sich um die Blütezeit der Fugger im Mittelalter drehen; und dass das vorliegende Buch bereits das zweite einer Reihe mit denselben Protagonisten ist. Eine erfreuliche Erkenntnis für mich - denn dieses Buch hier hat mir Lust auf mehr gemacht! Zum Inhalt: Wir befinden uns hautpsächlich im Jahr 1505, und wir starten in Venedig, wo die Boten Afra und Herwart im Auftrag Jakob Fuggers im Fondaco dei Tedeschi Informationen darüber beschaffen sollen, warum die die Fugger'schen Transporte in letzter Zeit so oft Opfer von Überfällen und Sabotage werden. Doch plötzlich befinden sich die beiden in einer lebensgefährlichen Situation und müssen Venedig überstürzt verlassen. Wer und was steckt dahinter, dass das Leben für Fugger-Boten so gefährlich geworden ist?Zurück in Augsburg berichten Afra und Herwart Jakob Fugger von den Ereignissen, doch auch er kann sich noch keinen Reim darauf machen. Innert kurzer Zeit werden die beiden zu den wohl wichtigsten und engsten Vertraugen Jakob Fuggers - zusammen mit Afra's Hund, den sie schlemischerweise ebenfalls Fugger getauft hat. Als sich ein Besuch von König Maximilan in Augsburg ankündigt, stürzt sich Jakob Fugger in die Vorbereitungen, doch auch die mysteriösen Unglücksfälle häufen sich weiter. Mit Hilfe seiner beiden Boten gelingt es Fugger, vielen Intrigen auszuweichen und Geheimnisse zu lüften. Mit der Zeit scheint sich ein immer klareres Bild abzuzeichnen, was hinter den Anschlägen steckt, aber kann man sich dessen wirklich sicher sein?Mein persönlicher Star der Geschichte ist der Hund Fugger, der mit seiner Spürnase und treuherzigen Loyalität ein unverzichtbarer Verbündeter von Afra und Herwart ist, und den sogar Jakob Fugger ins Herz zu schliessen scheint. Aber auch die übrigen Charaktere gefallen mir gut - es sind wenige ambivalente Figuren eingebaut, was die Geschichte leicht macht und mir hier sehr gut gefällt. Auch die Mischung von echten historischen Figuren - allen voran natürlich Jakob Fugger - und erfundenen Charakteren ist sehr gut gelungen, und führt dazu, dass man sich gut in die Geschichte hineinversetzen kann. Der Moderne wird wohl vorallem dadurch Tribut gezollt, dass Afra eine ungewöhnlich selbstsichere, starke Frau ist, die allen Männern durchaus das Wasser reichen kann. Auch ihre sehr modern wirkende Beziehung mit Herwart scheint keineswegs aus dem Rahmen zu fallen. Bei beidem fragt man sich, ob das im Jahr 1505 tatsächlich so gewesen sein kann - aber es stört meines Erachtens überhaupt nicht. Die teilweise deutlich geschilderte Gewalt, die jedoch nicht verstörend explizit beschrieben wird, hingegen kann man sich sehr gut zu dieser Zeit passend vorstellen.Ich habe ferner bei einem anderen Rezensenten die Kritik gelesen, dass Afra und Herwart mit überragender Naivität von einem unwahrscheinlichen und lebensbedrohlichen Ereignis ins nächste stolpern, und nur mit unwahrscheinlichem Glück relativ ungeschoren davonkommen - und dass das recht seicht daherkomme. Ich kann diese Feststellung nachvollziehen, empfinde sie aber nicht als störend, da das Buch nach meinem Empfinden vor allem unterhalten will, was auch ausgezeichnet gelingt. Dazu passt auch das Nachwort des Autors, in dem er sinngemäss sagt, dass bei historischen Romanen zugleich Fluch und Segen ist, dass nur wenige belegte Informationen überliefert sind, so dass man zwangsläufig bei allen - auch den echten historischen Personen - vieles hinzudichten muss.Insgesamt war die Lektüre dieses Buches ein grosses Vergnügen, und ich empfehle es allen, die Spass an gut zu lesenden, spannenden Erzählungen in einem historischen Setting haben. Würde Lovelybooks halbe Sterne zulassen, so gäbe es von mir 4.5 von 5.