Die Geschichte startet in 1861. Vivian aus adligem Hause, zurück aus Paris, wo sie viele Balletstunden genommen hat und sich dabei in ihren Lehrer Jean-Luc verliebt hatte, ist nun zurück auf ihrem Landgut und verliebt sich jetzt in den Stallburschen Ross. Dieser wird daraufhin entlassen und fasst den Plan nach Kanada auf die neuen Goldgräberfelder auszuwandern. Es gibt eine anwerbende Auswanderergesellschaft, die die Reise komplett organisiert haben. Vivian gelingt die Flucht mit Ross und schon bald sitzt sie auf dem Auswandererschiff. Hier lernt sie Coleen kennen, eine Frau aus ärmlichen Verhältnissen, die das harte Leben bereits kennen gelernt hat. Vivian geht an die Dinge eher unbedarft ran, war sie bisher auch sehr behütet. Und es kommt, wie es kommen muss, die Auswanderergesellschaft hat den Auswanderern zu viel versprochen und so müssen sich Vivian und Ross in Kanada allein auf den Weg machen und das sind hier sehr weite. Dabei lernen sie nicht nur das raue Kanada kennen, sondern auch die indigene Bevölkerung. In einem weiteren Handlungsstrang wird die Geschichte von Jean-Luc erzählt, der zunächst in Paris an der Oper tanzt, später aber fliehen muss, da er als junger Mann von Bonaparte als Kanonenfutter eingezogen wird und nicht dazu in den Krieg ziehen will. Und auch sein Weg führt ihn schließlich nach Übersee.
Ich kenne Sarah Lark seit ihrem ersten Buch vor ca. 20 Jahren und habe auch die neueren unter ihrem Pseudonym Christina Rey gelesen. Mit ihrem ersten Buch nahm sie den Leser mit nach Australien, deshalb war ich auch so auf diesen Band gespannt, ob die Geschichte mich ähnlich wie damals begeistern kann. Und auch dieser erste Teil der neuen Saga hat mir wirklich gut gefallen. Die bildhaften Beschreibungen der Landschaft, der damaligen Lebensumstände bei den Goldgräbern, die der indigenen Bevölkerung, aber auch in den aufstrebenden Städten haben mich sehr gefesselt. Vivian macht auch eine Entwicklung durch, allerdings empfand ich sie manchmal als sprunghaft. Nun gut, solche Menschen gibt es natürlich und das hat ja auch was spannendes in einem Buch. Besonders gut hat mir aber der Handlungsstrang um Jean-Luc gefallen, ich mochte ihn und seine Erlebnisse einfach. Natürlich spitzt sich alles in dem Buch so zu, dass ich dahin fieberte, ob und wie sich Vivian und Jean-Luc begegnen. Da möchte ich auch nicht zuviel verraten. Was mich allerdings ein wenig enttäuschte war, dass die Erzählungen insgesamt rund um die Liebe und die Gefühle eher weniger Raum eingenommen hat. Da hätte ich mir mehr gewünscht, denn eigentlich lief ja alles darauf für mich hinaus. Dennoch hat mich Sarah Lark mit diesem ersten Teil sehr gut unterhalten. Wer Auswanderergeschichten mag, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Ich empfehle den Roman daher sehr gerne weiter.