Tja ... wo fange ich an? Vielleicht mit der wichtigsten Erkenntnis: Die Charaktere sind alle so extrem notgeil aufeinander, dass so gut wie keine Handlung vorhanden war. Dabei hätte die Geschichte so viel Potenzial gehabt!Promised in Blood war leider unglaublich unausgewogen. Sehr viel Spice, sehr wenig Story. Und diese Kritik ist ein besonders hartes Urteil meinerseits, denn normalerweise kann mir Spice kaum zu viel sein. Aber hier war selbst bei mir der Punkt erreicht, an dem ich dachte: Leute, ihr müsst doch schon ganz wund sein. Zumal sich die Szenen immer wieder nach demselben Schema abgespielt haben und dadurch kaum Abwechslung geboten wurde.Das größte Problem war für mich aber die Handlung. Oder besser gesagt: deren Abwesenheit. Zudem war es teilweise sehr vorhersehbar und wirklich spannend wurde es für mich erst auf den letzten 50 Seiten. Lediglich die Kapitel aus Alexandros' Sicht hatten eine richtige Storyline und haben dadurch für etwas mehr Dynamik gesorgt. Auch Ophelias Entwicklung konnte mich leider nicht überzeugen. Sie soll lernen, ihre Kräfte zu kontrollieren, was grundsätzlich eine spannende Entwicklung hätte sein können. Nur leider besteht ihr Training gefühlt hauptsächlich daraus, ihre Magie zu unterdrücken und bloß nicht die Kontrolle zu verlieren. Was mir gefehlt hat, war der nächste Schritt: Sie sollte ihre Kräfte auch tatsächlich gezielt einsetzen lernen. Denn Kontrolle bedeutet für mich nicht nur, etwas erfolgreich wegzusperren. Ich möchte sehen, wie sie ihre Magie beherrscht, ausprobiert und bewusst einsetzt. Aber genau diese Entwicklung hat leider nicht stattgefunden. Auch die männlichen Charaktere bleiben für mich weiterhin ziemlich blass. Ich habe zwar verstanden, dass sie alle verdammt attraktiv und offenbar jederzeit bereit sind ... aber wer sie als Charaktere eigentlich sind, ist mir teilweise immer noch nicht so richtig klar. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Charakterentwicklung zugunsten des Spice auf der Strecke geblieben ist.Und genau deshalb ärgert mich dieser Band so sehr. Nicht, weil die Geschichte schlecht wäre, sondern weil sie so viel mehr hätte sein können. Das Potenzial ist definitiv vorhanden. Stattdessen bekommt man seitenweise Spice und wartet währenddessen darauf, dass die eigentliche Handlung wieder relevant wird.Für mich war das ein ziemlich schwacher zweiter Band, bei dem viel Potenzial verschenkt wurde. Ich hoffe wirklich, dass Band 3 hier ordentlich nachlegt.