"Treibsand" von Christina Lund ist als Taschenbuch mit 320 Seiten beim Penguin Verlag erschienen und bildet den Auftakt der Cathrine-Birklund-Reihe.Cathrine Birklund, eigentlich Auslandskorrespondentin von Beruf, den sie nach einem tragischen Afghanistan-Einsatz allerdings nicht mehr auszuüben vermag.wird von ihrer Freundin Pim, die als Privatdetektivin in Bangkok ermittelt, um Hilfe gebeten. Die Tochter eines Botschafters, Clara, ist verschwunden und die Suche nach ihr verstrickt Catherine und Pim schnell in einen gefährlichen Sumpf aus Machtgier und Korruption in dem sie zu versinken drohen...Der Start ins Buch ist mir leicht gefallen und mich hat Bangkok als Schauplatz ungemein gereizt, weil die Stadt so ungemein vielfältig ist, Vieles sehr mysteriös ist und ich selbst schon einige Male dort war. Der Schreibstil ist detailliert, das bunte und trubelige Treiben und auch die eher dunklen, unschöneren Seiten der Metropole hat die Autorin anschaulich beschrieben, so dass man sich alles gut vorstellen kann, aber noch immer genügend Raum für die eigene Vorstellungskraft bleibt.Leider nehmen Catherines Lebensgeschichte, ihre Traumata, ihre Bewältigungsversuche und ihre Alkoholsucht enorm viel Raum ein, so dass der Fokus nicht auf dem Vermisstenfall liegt, der also für meinen Geschmack definitiv zu kurz kam. Zwar bieten die kurzen Kapitel Abwechslung und enden mit kleinen Cliffhangern, trotzdem bleibt die Spannung des Öfteren ziemlich auf der Strecke und der Plot zieht sich stellenweise ziemlich in die Länge.Catherine ist eine sehr tiefgründig angelegte Figur, die durch ihre absolut menschlichen Probleme ausgesprochen nahbar und überzeugend wirkt, aber es war mir des Privaatlebens einfach zu viel.Pim mag ich sehr und ich hätte gern mehr über sie erfahren und auch Yosuf ist ein interessanter Charakter. Alles in Allem ein guter, abgründiger Bangkok-Krimi mit einer ausgesprochen "kantigen" Ermittlerin, deren Leben in Band 2 hoffentlich wieder in positiveren Bahnen verläuft .