Eine sehr gute Fortsetzung der Reihe, mit dem wichtigen aber auch bedrückenden Thema Altenpflege.
Zwischen den Teamkollegen Hanna Ahlander und Daniel Lindskog läuft es schon eine ganze Zeit nicht gut. Daniel will nicht mal mehr mit ihr wie früher zusammen zur Arbeit fahren, dabei haben sie immer so eng zusammengearbeitet, sie weiß nicht, was sie ihm getan hat, dass er so schlecht gelaunt ist. Seit fast einem Jahr benimmt er sich komisch, geht ihr aus dem Weg und stößt sie immer wieder zurück. Ein Versuch von ihr auf ihn zuzugehen scheitert komplett und macht alles nur noch schlimmer.Zügig wird Hannas Geschichte, wie sie damals von Stockholm nach Are gekommen ist, aufgefrischt. Auch die Hintergründe zu ihrer Beziehung zu Daniel werden geschickt wieder in Erinnerung gerufen.Die letzten Monate waren beruflich eher ruhig. Jetzt bricht der Frühling mit typischem Märzwetter an, es beginnt zu tauen.Karro Lundgren, Schwester von Kollege Anton und gute Freundin von Hanna, ist nun seit einigen Monaten Pflegedienst Leiterin des ersten privaten ambulanten Pflegedienstes in der Gegend. Dort kämpft sie täglich mit zu viel Arbeit, zu wenig Personal und zu niedrigen Löhnen. Der Geschäftsinhaber will nur möglichst viel Gewinn abschöpfen.Nach dem Tod des 90-jährigen August Ekmann lenkt seine Tochter mit ihren Nachfragen die Aufmerksamkeit auf den unerwarteten Todesfall. Warum ist er so plötzlich verstorbenen warum hat keine Pflegekraft bemerkt, dass es ihm schlechter ging? Sie kontaktiert auch Hanna, die ihr aus Mitgefühl verspricht einige Telefonate zu führen.Die Zustände in der Pflege kommen einem sehr bekannt vor. Die Deprimierende Situation der alten Menschen in Pflege geht einem nah. Genau so, könnte es sich auch hier in Deutschland abspielen. Je älter man ist, desto bedrückender wird man das Thema finden, denn dieser Lebensabschnitt rückt einem unausweichlich immer näher und keiner kann vorher wissen, wie es ihm dann ergehen wird.Die eingeschobenen, kursiv gedruckten Kapitel aus der Perspektive des Täters lassen schnell einen ersten Verdacht aufkommen. Auch er blickt auf den trostlosen Zustand des Pflegesystems in Schweden. In diesen Einschüben tritt das verdrehte Selbstverständnis des Täters hervor.Neben den Morden ereignen sich auch Diebstähle. Es gibt eine ganze Reihe mögliche Verdächtige, die bei den alten Menschen ein und aus gehen. Man rätselt mit. Zur Hälfte des Buches nehmen die Ermittlung dann richtig Fahrt auf.Die zweite Hälfte liest sich sehr flüssig und kann fesseln. Die Ereignisse und Erkenntnisse verflechten sich, es gibt so viele mögliche Taten und Täter, die Situation spitzt sich zu, die Zeit drängt. Mit angehaltenem Atem liest man schnell weiter. Aber es gelingt Hanna und ihrem Team dann doch bewährt geschickt und zuverlässig die Fälle zu lösen. Aber auch das Glück spielt ihnen in die Hand.Es dreht sich viel um den Konflikt zwischen Hanna und Daniel und wie er die Zusammenarbeit im Team erschwert. Die zwischenmenschlichen Entwicklungen spielen wieder eine wichtige Rolle. Besonders für Freunde von Hanna und ihrem Team ist das spannend.Fazit: Eine sehr gute Fortsetzung der Reihe, mit dem wichtigen aber auch bedrückenden Thema Altenpflege.