Klappentext:Die siebzehnjährige Sadie Wen ist das perfekte Vorzeigemädchen: Schulsprecherin, Klassenbeste, immer höflich. Aber hinter ihrer perfekten Fassade brodelt es - und all der Frust landet in ihren Mail-Entwürfen. Dort teilt sie hemmungslos aus: gegen nervige Lehrkräfte, faule Mitschüler und -schülerinnen und vor allem gegen ihren arroganten Co-Sprecher Julius Gong.Eigentlich hätte niemand jemals diese Mails lesen sollen. Doch als Sadie versehentlich auf "Senden" drückt, weiß die ganze Schule, was sie wirklich denkt - und in ihrem Leben bricht das Chaos aus: Drama, Konfrontationen und Geläster sind vorprogrammiert. Nur einem scheinen die Nachrichten egal zu sein: Julius. Ausgerechnet der Junge, den sie nie leiden konnte, beginnt sogar, die "echte" Sadie spannend zu finden ...Meine Meinung:Mit All the Things I Didn't Say hat Ann Liang eine unglaublich süße und gleichzeitig tiefgründige YA Rivals to Lovers Rom Com geschrieben, die mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Obwohl ich mittlerweile nur noch selten zu YA Romanen greife und eigentlich längst nicht mehr zur Zielgruppe gehöre, hat mich diese Geschichte doch abgeholt.Im Mittelpunkt stehen Sadie Wen und Julius Gong, beide 17 Jahre alt, Schulsprecher und seit ihrer frühesten Kindheit Rivalen. Zwischen ihnen herrscht ein ständiger Konkurrenzkampf, denn beide sind ehrgeizig und wollen erfolgreich sein. Vor allem Sadie setzt sich selbst enorm unter Druck. Sie muss immer die Beste, die Klügste und die Erste sein. Gleichzeitig versucht sie, es allen recht zu machen. Sie ist freundlich, hilfsbereit und sagt zu fast allem Ja, auch wenn sie sich innerlich längst überfordert oder ärgert.Ihre Frustration lässt sie nicht offen heraus, sondern verarbeitet sie in E Mail Entwürfen, die niemals jemand lesen sollte. Als genau diese Entwürfe versehentlich an die gesamte Schule verschickt werden, beginnt das Chaos. Plötzlich muss Sadie sich mit den Konsequenzen ihrer unausgesprochenen Gedanken auseinandersetzen und merkt, dass Ehrlichkeit manchmal unvermeidbar ist.Besonders gut gefallen haben mir Sadie und Julius als Protagonisten. Ihr ständiger Konkurrenzkampf sorgt für viele unterhaltsame Momente und ihre Schlagabtausche waren erfrischend, witzig und voller Chemie. Gleichzeitig entwickelt sich ihre Beziehung glaubwürdig und emotional, wodurch die Romance zu keinem Zeitpunkt überhastet wirkt.Neben der romantischen Geschichte behandelt das Buch aber auch ernstere Themen. Trennungen der Eltern, Leistungsdruck und Erwartungen anderer spielen eine große Rolle. Vor allem das Thema Leistungsdruck wurde sehr gelungen umgesetzt. Jugendliche, die eigentlich ihre Kindheit und Jugend genießen sollten, werden sehr oft dazu gedrängt, ständig Bestleistungen zu erbringen. Dabei geraten eigene Wünsche oder sogar die eigene Persönlichkeit in den Hintergrund. Genau diese Problematik fängt Ann Liang eindrucksvoll ein.Besonders stark fand ich die Botschaft, dass es auf Dauer nie gut ist, Gefühle und Emotionen zu unterdrücken. Sadie versucht lange, ihre wahren Gedanken für sich zu behalten, doch irgendwann holen sie sie ein. Auch Julius kämpft mit eigenen Erwartungen und Unsicherheiten. Dadurch wirken beide Figuren authentisch und nahbar.Der Schreibstil war angenehm leicht, flüssig und modern. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und hatte das Buch innerhalb kürzester Zeit beendet. Trotz der lockeren Atmosphäre schafft es die Autorin immer wieder, wichtige Themen einzubauen, ohne dass die Geschichte ihre Leichtigkeit verliert.Fazit:<br data-start="2853" data-end="2856">All the Things I Didn't Say ist eine charmante Rivals to Lovers Geschichte mit viel Herz, humorvollen Dialogen und sympathischen Figuren. Gleichzeitig beschäftigt sich das Buch mit Leistungsdruck, familiären Erwartungen und der Frage, wie lange man seine wahren Gefühle verstecken kann. Eine süße, unterhaltsame und gleichzeitig nachdenkliche YA Romance, die mich positiv überrascht hat.