Eine gute Fortsetzung der Heiratsvermittler-Reihe, die Lust auf mehr macht
Mit ihrem dritten Roman der Heiratsvermittler-Reihe hat Jody Hedlund es ein weiteres Mal geschafft, den Leser von Beginn an in den Bann zu ziehen. Wie die beiden Vorgänger spielt auch Eine schwierige Partie 1849 in St. Louis und erzählt von dem Leben der irischen Einwanderer dort. Im Fokus stehen Kiernan Shanahan und Allanah Darragh. Zwei völlig unterschiedliche Charaktere, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben und doch merkt man von Beginn an die Chemie dieser Beiden. Sie, das Hausmädchen, die unverschuldet ins Visier einer gefährlichen Gang gerät und er, der Sohn aus gutem Hause, der dabei ist, sich einen Namen in der Geschäftswelt zu erarbeiten. Was auf den ersten Blick als leicht vorhersehbare Liebesgeschichte beginnt, nimmt durchaus überraschende Wendungen und erzählt hervorragend von aufkeimender Hoffnung, schmerzlichen Rückschlägen, beängstigenden Krisen und dem Mut zu großen Träumen. Hedlund schafft es einmal mehr, dem Leser ein lebendiges Bild zu zeichnen, dass einen von Beginn an in die Zeit hineinversetzt. Das von der Cholera gebeutelte St. Louis, dass nach einer verheerenden Brandkatastrophe versucht wieder auf die Beine zu kommen, im Kontrast zu der scheinbar heilen Welt draußen auf dem Land; das Leben der edlen Oberschicht im Kontrast zu dem täglichen Kampf der Arbeiterklasse. Als Leser spürt man förmlich die Zerrissenheit der Protagonisten und fühlt sich ihnen und ihren Gedanken, Sorgen und Zukunftsträumen beim Lesen ganz nahe. Wie schon bei den ersten Bänden ist der Glaube immer wieder in die Geschichte eingebettet, ohne aufdringlich oder gar belehrend zu wirken. Er dürfte aber bei einem christlichen Roman durchaus eine noch größere Rolle einnehmen in meinen Augen. Aber trotz dieses kleinen Kritikpunktes gilt für mich: Eine tolle Urlaubslektüre mit einer guten Mischung aus Tiefgang, Humor, Spannung (und natürlich Happy End).