Manchmal bedeutet Liebe nicht, jemanden festzuhalten. Sondern ihm die Freiheit zu geben, seinen eigenen Weg zu gehen.
Es gibt Bücher, die einen unerwartet treffen. Nicht unbedingt mit großen Dramen, sondern mit kleinen Gesten, unausgesprochenen Gefühlen und Sätzen, bei denen man plötzlich innehält. Little Pieces of Light war für mich genau so ein Buch.Xander und Emery haben mich vom ersten Moment an berührt. Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und trotzdem dieselbe Sehnsucht teilen: endlich irgendwo dazuzugehören und so geliebt zu werden, wie sie wirklich sind.Besonders Emery ist mir ans Herz gewachsen. Sie hat scheinbar alles: Geld, Ansehen, eine glänzende Zukunft. Nur über ihr eigenes Leben entscheiden darf sie nicht. Wie praktisch, wenn andere schon genau wissen, was einen glücklich zu machen hat. Ihr ständiger Kampf zwischen den Erwartungen ihres Vaters und ihren eigenen Träumen hat mich manchmal richtig wütend gemacht.Und dann Xander. Ein Genie, das die kompliziertesten physikalischen Zusammenhänge versteht, aber bei den eigenen Gefühlen regelmäßig an seine Grenzen stößt. Herrlich ironisch. Gleichzeitig steckt hinter seiner Intelligenz so viel Verletzlichkeit, dass ich ihn mehr als einmal am liebsten in den Arm genommen hätte.Besonders dieser Satz ist mir im Gedächtnis geblieben:¿Ich wünschte, ich wäre heute für dich da gewesen.¿ (S. 166)So einfach und doch so viel Gefühl. Weil es manchmal gar nicht darum geht, dass jemand unsere Probleme löst. Sondern einfach darum, nicht allein damit zu sein.Auch die familiären Konflikte und besonders Jacks Geschichte haben mich beschäftigt. Wie viel Schmerz Menschen mit sich herumtragen können, ohne dass jemand wirklich hinsieht. Und wie schnell aus vermeintlicher Fürsorge Kontrolle wird.Was mich aber am meisten berührt hat, ist Xanders Art, Emery zu lieben. Er nimmt ihre Träume ernst und möchte ihr helfen, frei zu sein, selbst wenn das für ihn bedeutet, sie vielleicht zu verlieren. Und genau da hatte ich Gänsehaut.Emma Scott schafft es, dass man mitfühlt, hofft, sich aufregt und gelegentlich beide Figuren kräftig schütteln möchte. Ein vernünftiges Gespräch hätte schließlich manches erleichtert. Aber wo bliebe da unser Herzschmerz?Für mich ist das Buch so viel mehr als eine Liebesgeschichte. Es geht um Verlust, Selbstbestimmung, verpasste Zeit und den Mut, endlich das eigene Leben zu leben. Nicht alles lässt sich mit Liebe retten. Aber manchmal gibt sie uns genau den Mut, den wir allein nicht aufbringen würden.Und als hätte Emma Scott mein Herz nicht schon genug strapaziert, freue ich mich jetzt auch noch unglaublich auf Band 2, Everything We Couldn¿t Say, und die Geschichte von Harper und Orion. Fünf Sterne von Herzen. Für ganz viel Gänsehaut, ein paar Tränen und zwei Menschen, die mir noch lange im Kopf bleiben werden.