Wie finden Menschen unter traumatischen Bedingungen aus Angst und Ohnmacht zurück ins Handeln? Dieser Frage geht die Autorin und langjährige ARD-Auslandskorrespondentin Birgit Virnich anhand der Geschichte der ukrainischen Tierärztin Valentyna Zhelezko nach.
Während der russischen Besatzung harrt Valentyna zehn Tage lang mit ihrem Mann und ihren Söhnen in einem feuchten Keller bei Butscha aus. Russische Soldaten durchkämmen die Straßen und rücken immer näher. Als die Vorräte zur Neige gehen, gelingt der Familie die Flucht. Kraftlos und traumatisiert versucht Valentyna danach, ihrem jüngsten Sohn trotz der ständigen Bedrohung etwas Alltag zu bewahren. Um dem lähmenden Gefühl der Ohnmacht zu entkommen, schließt sie sich den »Hexen von Butscha« an, einer zivilen Freiwilligengruppe von Frauen, die bei der Drohnenabwehr rund um Kyjiw hilft. Währenddessen bauen ihre älteren Söhne Drohnen für die ukrainische Verteidigung.
Valentyna steht im Zentrum des Buches, doch auch andere Frauen kommen zu Wort: die Menschenrechtsanwältin Oleksandra Matwitschuk, deren Center for Civil Liberties mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, eine Unternehmerin, eine Mechatronikerin, eine Cafébesitzerin und eine Scharfschützin. Sie alle kämpfen auf ihre Weise darum, ihr Leben und ihr Land nicht dem Krieg zu überlassen.