Lena und Kate waren beste Freunde in der Schule. Sie sind zusammen aufgewachsen und haben zusammen Abi gemacht. Leo und Lena waren das Traumpaar des Jahrgangs, doch während die beiden nach dem Schulabschluss zusammen auf dem Gestüt von Leo?s Eltern leben, ist Kate noch in der Nacht des Abiballs verschwunden. Fünf Jahre lang reist Kate als Top-Model um die Welt und ist überall bekannt. Erst beim Jahrgangstreffen der drei ehemals besten Freunde sehen sie sich wieder und besonders Lena muss anfangen sich selbst zu fragen, wie sie ihre Zukunft sieht und vor Allem mit wem. Alicia Zett hat es mal wieder geschafft mich rundherum zu begeistern. Eine Slow-Burn Liebesgeschichte gepaart mit den Fragen "Was will ich eigentlich?" und "Wer bin ich?". Eine Reise auf der Suche nach der eigenen Identität, so realitätsnah, dass ich das ein oder andere Déjà-vu hatte. Neben einem wunderschönen Setting, das auch einiges an Reiselust in mir entfacht hat, sind die Charaktere wieder einmal extrem gut herausgearbeitet: mit individuellen und starken Persönlichkeiten und einer sehr gut nachvollziehbaren Charakterentwicklung konnte ich mich gut in die Figuren hineinversetzten und jede Entscheidung, jedes Gefühl, so freudig oder schmerzhaft es auch wahr, miterleben. Ich finde es wirklich schwierig noch mehr zu schreiben, ohne zu spoilern, aber so viel kann ich schon mal verraten: Alle Personen in diesem Buch haben Fehler gemacht. Fehler, die man, wie ich finde, sehr gut verstehen kann. Ohne diese Fehler wäre die Geschichte aber nicht da, wo sie in "Wer, Wenn nicht wir?" ist. Menschen werden verletzt und es gibt kein Happy End voller pinker Zuckerwatte und rosa-roten Blümchen, aber obwohl ich eine Buch ohne Happy End wirklich nicht mag, bin ich doch erleichtert über die Wege, die Lena, Kate und Leo einschlagen. Ich konnte beim Lesen die Anspannung der Charaktere wirklich mitfühlen und auch, wie die ein oder andere Last von ihren Schultern gefallen ist. (Und zu meinem Glück gibt es ein Happy End-Versprechen für den zweiten Teil.) Ich empfehle das Buch weiter an Alle, die noch auf der Sucher nach sich selbst sind, die die Vergangenheit nicht loslässt, die bisher unerfüllte Träume träumen oder die Angst vor den Konsequenzen haben, wenn sie sich endlich für sich und einmal nicht für andere entscheiden. Ich empfehle das Buch Allen, die nicht nur einer Seite der Medaille kennen oder kennen lernen wollen und ich empfehle es auch allen anderen, die sich bisher nicht angesprochen gefühlt haben. Mir hat das Buch noch einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, für seine eigenen Träume einzustehen und sich nicht vor seiner eigenen Wahrheit zu verschießen.