Ein Junggesellinnenabschied auf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel klingt erst einmal nach Yoga, gutem Essen und einem entspannten Wochenende unter Freundinnen. Dass genau dort zehn Jahre zuvor vier Frauen spurlos verschwunden sind, macht die Sache natürlich deutlich interessanter. Und genau dieses düstere Geheimnis hat mich von Anfang an neugierig gemacht.Besonders gut gefallen hat mir das Setting. Die Insel wirkt gleichzeitig wunderschön und unheimlich, und je weiter die Geschichte voranschreitet, desto beklemmender wird die Atmosphäre. Man spürt ständig, dass irgendetwas nicht stimmt. Dazu kommt die zweite Zeitebene, auf der nach und nach enthüllt wird, was damals passiert ist. Dadurch entsteht ein schöner Sog, weil man immer noch ein Kapitel weiterlesen möchte.Der Einstieg war für mich allerdings nicht ganz einfach. Es gibt viele Figuren, die zudem auf unterschiedlichen Zeitebenen auftauchen. Gerade am Anfang musste ich öfter überlegen, wer jetzt eigentlich wer ist und wie die Personen miteinander verbunden sind. Das legt sich zwar im Verlauf der Geschichte, hat meinen Lesefluss aber etwas gebremst.Spannungstechnisch setzt das Buch eher auf unterschwellige Bedrohung als auf permanentes Tempo. Über weite Strecken stehen die Dynamiken innerhalb der Gruppe und die vielen Geheimnisse im Vordergrund. Das mochte ich grundsätzlich gerne, auch wenn die Handlung zwischendurch etwas gemächlicher voranschreitet. Gegen Ende zieht das Tempo dann deutlich an. Die Ereignisse überschlagen sich regelrecht und die Geschichte wird überraschend brutal. Damit hatte ich nach der eher ruhigen ersten Hälfte nicht gerechnet.Die Auflösung hat mir insgesamt gefallen, auch wenn nicht jede Wendung völlig überraschend kam. Einige Entwicklungen konnte ich erahnen, trotzdem blieb die Geschichte bis zum Schluss spannend genug, um wissen zu wollen, wie alles zusammenhängt.Insgesamt ist Bachelorette Party ein atmosphärischer Thriller, der vor allem von seinem starken Setting, den düsteren Geheimnissen und der gelungenen Stimmung lebt. Rasante Action von der ersten Seite an erwartet man hier vergeblich. Das Buch bietet aber tolle isolierte Schauplätze und eine gut konsturierte unterschwellige Bedrohung.