Cover & Klappentext
Ich mag das Cover. Zum einen passt es zu den anderen aus diesem Universum. Zum anderen wohnt ihm ein ganz besonderer Zauber inne. Es wirkt greifbar, aber auch geheimnisvoll.
Der Klappentext wiederum hat mich neugierig gemacht. Die Bücher der Autorin sind in sich kleine Meisterwerke, sodass ich unmöglich widerstehen konnte.
Zudem mag ich Jugendthriller sehr gern. Oftmals transportieren sie unsagbar viele Emotionen und reißen den Leser einfach mit.
Meinung
Matilda Kleins Leben ist ein Desaster. Ihre durchgeknallte Mutter verschwindet ohne sie nach Mexiko. Ihr Freund macht mit ihr Schluss und zieht alle gemeinsamen Freunde auf seine Seite.
Als sie eine Mail von ihrem ihr bisher unbekannten Vater erhält, der sie zu sich einlädt, packt sie Hals über Kopf ihre Sachen. Doch als sie in Hidden Beach ankommt, findet sie ein runtergekommenes Haus vor. Von ihrem Vater fehlt jede Spur. Stattdessen trifft sie auf den liebenswerten Meer, der sie mit offenen Armen empfängt, den ehemaligen Kinderstar Brock und den abweisenden Tatum, der sie umgehend wieder loswerden will.
Trotzdem bleibt Matilda in der Hoffnung, endlich ihren Vater zu treffen. Und während sie auf seine Rückkehr wartet, wird ihr klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt, und sie muss schlussendlich erkennen: hier gibt es nur Lügner.
Aus der Sicht von Matilda wird man durch das Geschehen geführt, wobei der Einstieg im Prinzip leicht gelingt. Allerdings nimmt der Anfang eine Zusammenfassung von Matildas bisherigem Leben ein, die aufgrund des Schreibstil etwas anstrengend wirkt. Die Autorin neigt hier zu sehr langen Sätzen oder zu ganz kurzen. Es finden sich viele Aufzählungen, die den Text als Ganzes, anstatt geschmeidig zu machen, eher leicht holprig werden ließ. Als mögliches Stilmittel hat es mir nicht gefallen.
Matilda steht im Fokus. Nachdem ihr Freund mit ihr Schluss gemacht hat, ist sie verständlicherweise unsicher und möchte mit ihren achtzehn Jahren herausfinden, wer sie ist. Auf ihre Mutter kann sie nicht bauen und so bleibt ihr nur Kingsley Cello, ihr Vater, der ein berühmter Maler ist.
Für mich blieb sie das gesamte Buch über nicht greifbar, was vielleicht der Grund war, warum in meinen Augen die Emotionen größtenteils auf der Strecke blieben. Matilda wirkte gewissermaßen noch unfertig. Das mag gewollt sein, da man in dem Alter sich selbst findet. Zudem waren ihre Handlungen widersprüchlich, teilweise sprunghaft. Dabei bin ich davon ausgegangen, dass dieses Leben, was ihre Mutter ihr bis dato zugemutet hat, sie eher erwachsen werden ließ. Stattdessen machte sie auf mich den Eindruck einer viel jüngeren Person.
Wohingegen die drei Jungs in Hidden Beach nahbarer waren. Alle drei, vielleicht bis auf Tatum, der im Prinzip der einzig Vernünftige zu sein scheint, wirkten eher schräg, dank ihres ungewöhnlichen Lebens, das diverse Spuren hinterlassen hat. Aber durchaus liebenswert.
Tatum wiederum scheint sich um alle und alles zu kümmern, weil die anderen dazu nicht in der Lage sind.
Die Geschichte mutet ein wenig wie ein Abenteuer an. Es gibt Hinweise zu Die Chroniken von Narnia, und so kommt einem der Besuch von Matilda in Hidden Beach vor. Als wäre sie in einer anderen Welt gelandet. Das ist durchaus gelungen. Der Großteil gibt sich nur seinen Launen hin, ganz gleich, wann es sie überkommt. Doch der Schrein trügt, zumindest teilweise. Denn sie alle verheimlichen etwas.
Während man, je weiter die Handlung voranschreitet, überlegt, was dort, in diesem sogenannten Schloss, nicht stimmt, fand ich die Verbindung zwischen Matilda und Meer ganz toll. Auch wenn ich ihm das Geflügel-Debakel wirklich übel nehme. Gleichzeitig entwickelt sich eine kleine Romanze, die den Leser vermutlich nur vom Wesentlichen ablenken soll. Trotzdem hat sie gezündet.
Als dann wirklich schnörkellos die Katze aus dem Sack gelassen wurde, war ich einfach nur überrascht. Das hatte ich nicht kommen sehen. Wobei ich, was das Ende angeht, meine eigenen Vermutungen anstelle.
Die Geschichte endet nicht abrupt, was mir sehr gefallen hat. Zwar bin ich insgesamt aus Matilda nicht schlau geworden, aber die Botschaft, die mit ihrer Hilfe übermittelt wird, beeindruckt und verleiht We Fell Apart nachträglich etwas Tiefe.
Fazit
Ein Buch aus der Welt von We were Liars, das unterhält und den Leser mit einbindet, indem man gar nicht anders kann, als mitzurätseln. Die Autorin überzeugt mit ihrer schnörkellosen Art, Dinge auf den Punkt zu bringen, sodass die überraschenden Wendungen nicht ausbleiben.
Ich vergebe drei von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.