Der Titel Glitzer geht immer ist das Motto von Anne, der Protagonistin von Ellen Bergs neuem Roman. Weihnachten steht vor der Tür, das Jahr war ereignisreich. Anne hat sich nach über 20 Jahren Ehe von ihrem Mann Karsten getrennt und hat auch schon einen neuen Partner: den 14 Jahre jüngeren Tom. Tom wiederum ist der Sohn des neuen Partners von Annes Mutter Felicitas. Annes Eltern haben sich nach 50 Jahren Ehe scheiden lassen. Anne plant, die gesamte Patchworkfamilie an Heilig Abend einzuladen. Dummerweise hatte auch Felicitas die gleiche Idee und so kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen den beiden, die aber Dank Kompromissen beiseite geräumt werden können. Erst soll der Abend bei Anne verbracht werden, dann wechselt man zu Felicitas. Dann ist der Heilig Abend gekommen und mehr als die geplanten Gäste finden sich bei Anne und Tom ein. Das Chaos stellt sich ein und die Feier scheint aus dem Ruder zu laufen, Harmonie geht anders. Ein Schneesturm lässt kein Fliehen zu und plötzlich steht auch noch die Polizei vor der Tür. Anne und Tom versuchen zu retten, was zu retten ist und tatsächlich können Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden und die Familie kommt zur Ruhe. Ich gestehe, normalerweise bin ich kein großer Fan von Weihnachtsromanen, aber bei Ellen Berg kann auch ich nicht widerstehen. Ich mag ihren Humor, den sie auch hier wieder gekonnt präsentiert. Der Wortwitz ist genial, ihre Figuren so facettenreich, dass wohl jede von uns Ähnlichkeiten mit eigenen Familienmitgliedern feststellen kann. Das Gelesene lief wie ein Film vor meinen Augen ab und ich hatte großen Spaß an dieser Lektüre. Lediglich der letzte Entwicklungsschritt war mir zu viel, dass hätte es nicht gebraucht. Aber sei es drum. Es ist ein tolles Buch und das nicht nur zur Weihnachtszeit.