Nachdem mich der erste Teil von Jay Kristoffs "Das Reich der Vampire - A Tale of Blood and Darkness" ausgesprochen begeistert hat, war meine Erwartung an den zweiten Band "Das Reich der Verdammten - A Tale of Pain and Hope" entsprechend hoch. Und auch diesmal hat mich die Geschichte über weite Strecken wieder sehr gepackt. Kristoff schafft es erneut, eine düstere, atmosphärische und außergewöhnliche Welt zu erschaffen, in der Schmerz, Hoffnung und Verzweiflung eng miteinander verbunden sind.Besonders interessant fand ich, dass man in diesem Band sehr viel mehr über Gabriel de León erfährt. Seine Vergangenheit, seine Beweggründe und seine Entwicklung werden ausführlicher beleuchtet, wodurch man ihn als Charakter noch einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen kann. Gerade diese Einblicke haben für mich einen besonderen Reiz der Geschichte ausgemacht.Besonders hervorheben möchte ich wieder die großartigen Illustrationen. Sie sind für mich ein echtes Highlight und passen perfekt zur düsteren und teilweise morbiden Atmosphäre der Geschichte. Die Bilder machen das Buch zu etwas ganz Besonderem und verleihen der ohnehin schon eindrucksvollen Erzählung noch einmal eine ganz eigene Intensität.Allerdings hat mich der zweite Teil nicht ganz so überzeugt wie der erste. Vor allem gegen Ende hatte ich zunehmend das Gefühl, dass die Geschichte etwas an Spannung und Klarheit verliert. Die ausführlichen Erklärungen rund um den Gral, die Esani und insbesondere Celene waren mir teilweise zu viel und haben bei mir letztlich mehr Fragen hinterlassen, als sie beantwortet haben. Manches wirkte dadurch unnötig kompliziert, und gerade die vielen Erklärungen haben für mich auf den letzen Seiten ein wenig von dem Zauber genommen, der den ersten Teil so besonders gemacht hat.Trotz dieser Kritikpunkte hat mir der Band insgesamt wieder sehr gut gefallen. Die düstere Atmosphäre, die außergewöhnliche Geschichte und Kristoffs besondere Art zu erzählen konnten mich erneut überzeugen. Auch wenn der zweite Teil für mich nicht ganz an die Begeisterung des ersten heranreicht, ist A Tale of Pain and Hope für mich definitiv eine lesenswerte Fortsetzung.Vier von fünf Sternen - mit einer kleinen Einschränkung am Ende, aber trotzdem eine klare Leseempfehlung. Und die Freude auf den letzten Band der Trilogie ist ungeschmälert.