Dieser Krimi, der sich mit dem ewigen Rätsel um den Namen von Ludwig van Beethovens Unsterblicher Geliebten beschäftigt, eröffnet den Reigen zum Gedenken an die 200. Wiederkehr des Todes des großen Komponisten am 26. März 1827, dem noch viele Bücher und Veranstaltungen folgen werden.
Es ist der Aschermittwoch des Jahres 2027 als Karl-Dieter und sein Partner Kommissar Mütze, am Fuß des Beethoven-Denkmals in Bonn einen Toten findet. Der Mann, ein türkischer Barber, ist erstochen worden, wie Mütze fachkundig feststellt. Da die gesamte Bonner Mordkommission auf Grund einer Noroviren-Infektion krank geschrieben ist, wird er von der Leitenden Staatsanwältin beauftragt, hier zu ermitteln.
Recht bald gerät ein fanatischer Beethoven-Fan, der nicht immer die ganze Wahrheit sagt und sein eigenes Spielchen treibt, in den Fokus von Mützes Ermittlungen. Mütze, ein trockener, kantiger und oft mürrisch wirkender Ermittler hat sich eigentlich auf ein paar Tage trauter Zweisamkeit mit Karl-Dieter gefreut, und muss sich nun nicht nur mit dem Toten, sondern mit seiner Eifersucht herumschlagen. Grund ist ist der junge Sänger Cassius, der in Beethovens Oper Fidelio den Florestan singen soll und sich von Regisseurin Wanda schikaniert fühlt. Als Karl-Dieter dem jungen Mann unter die Arme greift, erwacht bei Mütze das Gespenst der Eifersucht.
Es scheint, als erleide Mütze auf der ganzen Linie Misserfolge, denn der Beethoven-Fan ist ein honoriger, reicher Mann aus Bonn, der auf Geheiß der Stadtoberen gegen Kaution frei gelassen wird.
Wird Mütze den Mord aufklären können und sich mit Karl-Dieter wieder versöhnen?
Meine Meinung:
Es heißt zwar, dieser 20. Fall für Kommissar Mütze könnte auch ohne Kenntnis der Vorgänger gelesen werden, aber mir persönlich fehlen ein paar Informationen zu Karl-Dieter und Kommissar Mütze. Immerhin, habe ich in meinem umfangreichen digitalen Bücherstapel das eine oder andere eBook dieser Reihe entdeckt.
Der Schreibstil ist durchaus launig, weshalb sich der Krimi, der mit 224 Seiten eher dünn ist, schnell lesen lässt. Johannes Wilkes nimmt hier die fanatische Verehrung Beethovens ein wenig aus die Schaufel. So lässt er den Stadtrat über Ampeln, die das Konterfei des Komponisten tragen sollen, diskutieren. Ein bisschen Wehmut schwingt mit, wenn die Alt-Bonner ihrem früheren Status als Hauptstadt der BRD und ein wenig auch Konrad Adenauer nachtrauern. Allerdings ist es ein Aberglaube, wenn man meint früher war alles besser.
Zusätzlich gibt es das eine oder andere Geplänkel über Düsseldorf, Dortmund sowie Wanne und Eickel, das ich als Österreicherin in Unkenntnis der lokalen Gegebenheiten nicht wirklich schätzen kann.
Schmunzeln musste ich über Kommissar Mütze, als er über die Besessenheit des Beethoven-Fans sinniert. Bei ihm, Mütze, hat es in der Jugendzeit nur für ein Panini-Album und ein paar Devotionalien des BVB gereicht.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Krimi, der mich gut unterhalten hat, 4 Sterne.