Jahreshighlight! ¿¿¿¿¿¿
Jahreshighlight! ¿¿¿¿¿¿Joa, sieht so aus als würde ich wohl auf Dramione - Fanfictions stehen. Nach Alchemised ist Rose in Chains nämlich bereits mein zweites Lieblingsbuch, das auf einer solchen basiert. ¿¿¿¿¿Ich hab wirklich praktisch alles an dem Buch geliebt. Von der ersten Seite an hatte es diese Sogwirkung auf mich und ich wusste sofort: wenn die Story jetzt nicht völlig abkackt, wird das ein Highlight. ¿Den Einstieg fand ich sehr gelungen. Man wird direkt in die Handlung geworfen und es geht gleich extrem spannend los. ¿Zwar versteht man anfangs das Worldbuilding und die Zusammenhänge noch nicht zu hundert Prozent, aber das ändert sich im Laufe der Geschichte. ¿Mit der Zeit verlangsamt sich das Erzähltempo, aber die Geschichte wird kein bisschen weniger intensiv. Auch wenn das Cover eher eine entspannte Romantasy erwarten lässt, ist das Buch wirklich sehr sehr düster. ¿¿Man durchlebt hautnah schreckliche und brutale Ereignisse (Triggerwarnung beachten!!) während Brionys Gefangenschaft. Man leidet, fürchtet und hofft mit ihr und fragt sich ständig, was wohl als nächstes geschieht. ¿¿¿Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden auf die Zeit vor und während dem Krieg. Diese sind extrem spanned und so platziert, dass sie viele Ereignisse aus der Gegenwart erklären und Hinweise auf die weitere Entwicklung geben. ¿¿Zwischen aller Politik, Grausamkeit und aufkeimender Rebellion gibt es aber auch noch Platz für eine tolle Liebesgeschichte. Wenn man es denn so nennen kann, denn hier kann man wirklich von Slow Burn sprechen. Obwohl Briony und Toven nach 600 Seiten immer noch nicht richtig zusammen sind, ist die Spannung zwischen ihnen definitiv vorhanden. ¿¿¿¿¿Durch die vielen gemeinsamen Szenen und Gespräche der beiden lernt man sie gut kennen und verstehen und merkt, wie sehr sie eigentlich zusammen gehören würden. ¿Die Geschichte wird in der dritten Person aus Brionys Sicht erzählt. Zugegebenermaßen anfangs recht distanziert, sodass man sich nicht sofort mit ihr identifizieren kann. ¿Das hat sich für mich aber bald geändert, als ich gemerkt habe, wie klug, tapfer und selbstlos sie eigentlich ist. Dass sie naiv oder dumm sei, kann ich gar nicht behaupten. Ich finde eher, dass sie sich den Umständen entsprechend verhält und dadurch eher authentischer wird. Wenn man solche Dinge wie sie durchlebt hat, ist es meiner Meinung nach logisch, dass sie Toven nicht traut und fast verzweifelt. Dass sie am Ende doch noch Hoffnung schöpft und weiterkämpft finde ich sehr beeindruckend. ¿¿¿¿¿¿¿Und dann ist da Toven. Für mich ist er einfach 1:1 Draco Malfoy, obwohl ich die Fanfiction nicht kenne. Deswegen schon mal ¿.Vom Charakter her na ja, ich kann nicht sagen, ob ich ihn mag. Er ist eigentlich wirklich mutig, hilfsbereit und ein Gentleman. ¿Aber dass er Briony einfach immer wieder abweist und nie über seinen Schatten springen kann, obwohl er doch weiß, dass sie auch in ihn verliebt ist, hat mich wahnsinnig gemacht. ¿¿Trotzdem habe ich ihn gerade in den Momenten, wo er sich doch öffnet, wirklich geliebt. ¿Auch wenn die Geschichte ursprünglich im Harry Potter Universum spielt, ist es der Autorin gelungen, für das Buch eine tolle und neue Welt mit spannendem Magiesystem zu kreieren. ¿¿Klar, wenn man danach sucht, findet man bei den Charakteren Parallelen zu ihren Vorbildern aus der Fanfiction, aber ansonsten ist Rose in Chains eine völlig andere und unabhängige Geschichte. ¿Jetzt komme ich zu meinen zwei Kritikpunkten, von denen keiner etwas mit der Story oder der beeindruckenden Leistung der Autorin zu tun hat. ¿¿Achtung leichte Spoiler-Gefahr¿¿1. Die Übersetzung. An sich ist der Schreibstil zwar etwas altmodisch und ungewöhnlich, aber sehr atmosphärisch und gelungen. ¿¿¿Bis auf ein paar Stellen, wo einfach richtig komische Formulierungen auftauchen. Beispiel: "schnurgerade Haare" oder "wieselflink". ¿Auch eine zentrale Botschaft wurde zwei mal unterschiedlich übersetzt. Einmal, sodass das enthaltene Wortspiel auf Deutsch (halbwegs) funktioniert und einmal 1:1. Das ist einfach schade, weil es den Lesefluss stört und auch die Logik der Story. ¿¿2. Die Vermarktung des Buchs als spicy Enemies to lovers Romantasy. Nur weil bestimmte Tropes beliebt sind, sollte man sie nicht überall drauf schreiben. Auch das hübsche lila Cover und der Klappentext, der außerdem massive Spoiler enthält, sind ziemlich irreführend. So entsteht eine völlig falsche Erwartung an die Geschichte, die bestimmt auch einige der negativen Rezensionen verursacht hat. ¿¿¿¿Es handelt sich hier definitiv eher um Dark Fantasy mit Romance-Anteilen. Echten Spice gibt es sehr wenig, fast alle expliziten Sex-Szenen sind non-con und ganz und gar nicht romantisch. Außerdem kann man weder sagen, dass Briony und Toven je wirklich Feinde waren, noch dass sie jetzt Lovers sind. Wobei letzteres sich hoffentlich im nächsten Teil endlich ändert. ¿Fazit: Lange Rede kurzer Sinn: Ich habs geliebt und zwar so was von. Das Buch ist so emotional und fesselnd wie kaum ein anderes und ein ganz heißer Kandidat auf das Highlight von 2026 für mich. ¿¿¿¿Empfehlung: Einerseits absolut ja, weil es so gut ist, andererseits solltet ihr euch aber auf echt heftige Themen vorbereiten und es nur lesen, wenn euch die in der Triggerwarnung genannten Aspekte nicht stören. Außerdem lohnt es sich denke ich, das englische Original zu lesen. Insgesamt: ¿¿¿¿¿Spannung: ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿Charaktere: ¿¿¿¿¿Worldbuilding: ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿Schreibstil: ¿¿¿¿¿¿ (die Übersetzung!¿)Spice: ¿¿¿¿/5