Griechische Götter in Paris - geheimnisvolle Stimmung & Romantik, allerdings wenig Spannung und Tiefe ¿
Livia ist gerade erst nach Paris gezogen und fühlt sich fremd und verloren in der neuen Stadt - bis sie den geheimnisvollen Maél kennenlernt. Zwischen den beiden entsteht schnell eine besondere Verbindung, doch Maél bleibt rätselhaft und scheint etwas zu verbergen. Gleichzeitig bemerkt Livia, dass sie plötzlich Botschaften von Pflanzen und Bäumen hören kann, was sie zunächst an ihrem Verstand zweifeln lässt. Nach und nach wird jedoch klar, dass hinter all dem ein viel größeres Geheimnis steckt...Gold und Schatten ist der Auftakt einer Urban-Fantasy-Dilogie, die griechische Mythologie und eine zarte Liebesgeschichte zu einem atmosphärischen Jugendroman verbindet.Livia ist eine sympathische Protagonistin und LeserInnen können gut mit ihr mitfühlen, während sie versucht herauszufinden, was mit ihr geschieht. Allerdings wirkt sie für ihre 16 Jahre oftmals vergleichsweise jung und schutzbedürftig, etwas mehr Selbstvertrauen und Abenteuerlust hätten ihrer Figur gutgetan. Maél bleibt lange geheimnisvoll, was ihn durchaus interessant macht, insgesamt wirkt er jedoch zu nett und etwas kantenlos.Paris wirkt geheimnisvoll, lebendig und gleichzeitig voller verborgener Geschichte. Vor allem die Szenen in den Katakomben erzeugen Spannung und eine leicht unheimliche Stimmung.Der Schreibstil von Kira Licht ist angenehm und leicht zu lesen. Einige Entwicklungen wirken jedoch vorhersehbar und das Tempo ist stellenweise eher langsam. Zudem fehlt es an manchen Stellen, besonders bei der Mythologie und den Hintergründen, an Tiefe.Insgesamt ist Gold und Schatten ein solider Auftakt mit einer interessanten Idee und einer stimmungsvollen Kulisse, der jedoch noch etwas mehr Spannung und Tiefe hätte vertragen können. Für junge LeserInnen von romantischer Urban Fantasy dennoch eine unterhaltsame Lektüre.