
Sie spricht an Enden. Er spricht an Anfängen. Und in einem einzigen Sommer müssen beide lernen, was sie anderen jede Woche vorsprechen.
Ida Rebholz, Trauerrednerin in Konstanz, findet für jeden Toten den einen wahren Satz, nur für die Hochzeit ihrer kleinen Schwester findet sie keinen. Denn Ida glaubt nicht an Anfänge: Sie weiß, wie Liebe endet, beim Anwalt oder bei ihr.
Dann verliert Valentin Ammann, der gefragteste Hochzeitsredner am Bodensee, mitten in einer Trauung seine Stimme. Sechzehn Tage absolutes Schweigen, danach gezählte Sätze, dreizehn Brautpaare, die er nicht im Stich lassen will, und eine cremefarbene Karteikarte in Idas Hand: "Leihen Sie mir Ihre Stimme." Ida sagt Nein. Bis er ihr einen Handel anbietet, den sie nicht ausschlagen kann: Sie spricht seine Hochzeiten, er schreibt die Rede für ihre Schwester.
So beginnt ein Sommer auf Autofähren und in Weinbergen, auf einem Ausflugsschiff unter Sturmwarnung und in einem Garten über dem See, in dem zwei alte Männer nach einundfünfzig Jahren endlich Ja sagen wollen. Ein Sommer der Karteikarten und gezählten Sätze, in dem Ida einem Mann, der nicht antworten kann, mehr erzählt als je einem Menschen zuvor. Doch Valentin redet über jedes Brautpaar am See und nie über sich selbst, und im Handschuhfach seines alten Volvo liegt ein Brief, über den er schweigt.
"Leih mir deine Stimme" ist ein warmherziger, kluger und oft umwerfend komischer Liebesroman über Anfänge und Enden, über Schwestern, über die Worte, die wir für Grabreden aufsparen, obwohl sie den Lebenden gehören, und über den Mut, sich trotzdem zu trauen.
Steig auf die Fähre und fahr mit an den Bodensee. Und wenn Ida und Valentin dich zum Lachen und zum Weinen gebracht haben, dann erzähl es weiter: Deine Bewertung hilft dieser Geschichte, ihre nächsten Leserinnen und Leser zu finden.
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