Ein wichtiges Buch mit einem ebenso wichtigen Thema.
Die Wut, die bleibt von Mareike Fallwickl erzählt die Geschichte einer Familie nach einem tragischen Ereignis: Helene nimmt sich das Leben und hinterlässt ihren Mann und die gemeinsamen Kinder. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ungleich Care-Arbeit, mentale Belastung und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen verteilt sind. Das Buch beschäftigt sich mit Themen wie Feminismus, Mutterschaft, Überforderung und struktureller Ungleichheit und regt dazu an, über fest verankerte Rollenbilder nachzudenken.Mir persönlich hat das Buch insgesamt ganz gut gefallen. Das Cover und die gesamte Gestaltung finde ich sehr gelungen und ansprechend. Auch das Thema ist aus meiner Sicht enorm wichtig. Femizide, Gleichberechtigung und Feminismus sind leider nach wie vor hochaktuelle Themen. Es ist wichtig, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen und sich bewusst für mehr Gleichberechtigung einzusetzen.Trotzdem konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen. Vieles war mir stellenweise zu direkt und zu wenig differenziert. Ich hatte häufig das Gefühl, dass komplexe gesellschaftliche Probleme sehr pauschal dargestellt werden. Mir fehlte an einigen Stellen die Tiefe, um verschiedene Perspektiven wirklich zu beleuchten. Besonders die Darstellung der Schuldfrage empfand ich teilweise als einseitig. Natürlich tragen Männer in patriarchalen Strukturen oft Verantwortung, dennoch sehe ich die Ursachen nicht ausschließlich beim einzelnen Mann. Meiner Meinung nach spielen vor allem gesellschaftliche Strukturen, politische Rahmenbedingungen und ein über Jahre gewachsenes System eine entscheidende Rolle. Genau diese Zusammenhänge hätte ich mir differenzierter und vielschichtiger ausgearbeitet gewünscht.Insgesamt ist Die Wut, die bleibt für mich ein wichtiges Buch, das relevante gesellschaftliche Themen anspricht und zum Nachdenken anregt. Auch wenn mich die Umsetzung nicht in allen Punkten überzeugt hat, halte ich es für lesenswert, weil es Diskussionen anstößt und dazu beiträgt, bestehende Rollenbilder und Strukturen kritisch zu hinterfragen.