Mir war das Buch zu deprimierend und das Ende hat mir leider nicht gefallen, weil es extrem hoffnungslos und tragisch war.
Inhalt:Als Labrador Prince von der Familie Hunter adoptiert wird geht für ihn ein Traum in Erfüllung. Mit der Zeit muss er jedoch der Tatsache ins Gesicht sehen, dass die Fassade der perfekten Familie Risse bekommt. Die Ehe der Hunters droht in die Brüche zu gehen und auch die beiden Kinder haben mit Problemen zu kämpfen. Prince setzt fortan alles dran seine Familie zu beschützen und dafür zu sorgen, dass alles wieder gut wird, aber leider droht ihm alles zu entgleiten...Wir sind da, wenn sie bereit sind, ihr Herz auszuschütten. Wenn sie ihre unausgesprochene Liebe offenbaren wollen. Wir sind immer da. Wir hören alles und antworten mit unseren stummen Worten des Trostes. (S. 10)Meine Meinung:Eines vorweg: Dieses Buch ist nicht mein erstes von Matt Haig gewesen. Zuvor hatte ich schon"Wie man die Zeit anhält"und"Die Mitternachtsbibliothek"gelesen. Außerdem ist es auch nicht mein erstes "Hundebuch" gewesen, denn ich hatte zuvor schon "Marley und ich", "Bailey - Ein Freund fürs Leben" und"Enzo und die wundersame Welt der Menschen" gelesen. Da ich all diese Bücher gemocht habe, hatte ich Interesse am vorliegenden Buch und habe mir ein ähnlich tolles Leseerlebnis erhofft. Es verleiht der Geschichte einen besonderen Charme, dass man sie aus Sicht des Familienhundes Prince erlebt. Er hat verständlicherweise einen anderen Blickwinkel auf gewissen Dinge und das menschliche Verhalten für ihn nicht immer zu 100% nachvollziehbar. Besonders originell und schön fand ich die Idee mit dem "Labrador-Pakt". Der Leser erfährt, dass alle Labradore sich diesem Verhaltenskodex verpflichtet fühlen und entsprechend handeln. Prince hat sogar einen älteren Labrador namens Henry als Mentor, der ihm regelmäßig dabei hilft die Probleme seiner Menschen zu analysieren und Strategien auszuarbeiten mit denen sich die Lage verbessern lässt. Innerhalb der Geschichte gibt es regelmäßig kurze Einschübe in denen einem jeweils einzelne Verhaltensregeln des "Labrador-Pakts" erklärt werden(z. B. Pflicht über alles; Bereitet euch auf Veränderungen im Verhalten der Menschen vor; Lerne von den Älteren, Voraussage ist Schutz etc.). Das übergeordnete Ziel dieser Verhaltensregeln ist es das Glück und die Sicherheit der Familie zu gewährleisten. Prince versucht beispielsweise familiäre Streitigkeiten zu entschärfen indem er schwanzwedelnd auf einen der Streitenden zugeht. Im weiteren Verlauf der Geschichte sieht er sich dann jedoch zunehmend gezwungen zu härteren Mitteln zu greifen um seine schützende Pfote über den Familienfrieden zu halten, denn es tun sich menschliche Abgründe auf. Es hat mich sehr überrascht und auch sehr fassungslos gemacht zu welchen schwerwiegenden Handlungen Prince sich schließlich gezwungen sieht.Warum vergebe ich nur 3 Bewertungssterne?Ein großes Problem hatte ich damit, dass ich mit der Familie Hunter nie richtig warm geworden bin. Das dürfte insbesondere daran gelegen haben, dass einem fast gar keine schönen gemeinsamen Momente aus dem Familienleben gezeigt wurden. Stattdessen bekommt man am laufenden Band mit wie sie sich streiten und sich gegenseitig Dinge verheimlichen. Der Vater macht seiner Tochter Vorwürfe, weiler mit ihrem neuen Freund nicht einverstanden ist. Außerdem streiten die Eltern mit ihrem Sohn, weil er in ihrer Abwesenheit verbotener Weise eine Party im Haus veranstaltet hat.Die Momente der Zweisamkeit zwischen Adam und Kate sind davon geprägt, dass das Verhältnis angespannt ist und sie sich entfremdet haben. Sie sprechen auch nicht über die Probleme, die sie belasten. Stattdessenstürzen sie sich kopflos in außereheliche Affären, die alleinig auf körperliche Anziehung zurückzuführen sind.Prince muss im Hundepark mitansehen wie sein Herrchen Adammit seiner Geliebten intim wird.Das Verhalten von den Familienmitgliedern war alles andere als geeignet um beim Leser Sympathien zu wecken. Das wäre aber wichtig gewesen um der Meinung sein zu können, dass es die Familie Hunter verdient hat, dass Prince zum Wohle der Familie große Opfer bringt.Es werden mehrere belastende und sehr traurig stimmende Themen behandelt:Tod von Verwandten, Selbstmord, Mord, Ehebruch und "Kuckuckskind". Für ein Buch von nicht mal 300 Seiten war mir die Dichte an solchen Themen zu groß. Außerdem lassen weder der Klapptext noch das Cover erwarten, dass das Buch einem in einem solchen Maße mit menschlichen Abgründen und belastenden Themen konfrontiert und einem über weite Strecken einfach nur traurig stimmt.Das Ende des Buches war mir viel zu hoffnungslos und niederschmetternd. Es wird im Wesentlichen folgende Botschaft vermittelt: Manchmal ist am Schluss einfach alles vergebens gewesen und es hat nichts gebracht, dass man unablässig für das Gute gekämpft hat und dass man dabei unglaublich große Opfer gebracht hat. Für diejenigen die genauer wissen wollen wie das Buch endet:Prince sieht sich gezwungen bei einem Kletterausflug eines der Sicherungsseile durchzubeißen. Dadurch sorgt er dafür, dass der Mann, der die Ehe der Hunters zu zerstören drohte und der plante Prince' Herrchen zu ermorden in den Tod stürzt. Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, erfährt Prince dann auch noch, dass ihm sein bester Freund und Mentor, der Labrador Henry, verschwiegen hat, dass er die Hündin Joyce umgebracht hat um eine Straftat seines Herrchens zu decken. Es kommt zu einem Kampf zwischen Prince und Henry in dessen Verlauf Prince seinen einstigen besten Freund totbeißen muss um sich zu retten. Zu allem Überfluss hat Prince im Verlauf dieses Kampfes auch noch versehentlich Charlotte (Tochter seiner Menschenfamilie) in die Hand gebissen als diese die kämpfenden Hunde voneinander treffen wollte. Aus diesem Grund wird Prince am Ende des Buches eingeschläfert. Kurz zuvor muss er dann aber auch noch erfahren, dass die Geliebte seines Herrchens Adam von diesem schwanger ist und sie das dessen Ehefrau erzählen wird. Somit ist absehbar, dass die Ehe der Hunters letztendlich doch noch in die Brüche gehen wird und alles, was Prince getan hat, vergeblich gewesen ist.Fazit:Es handelt sich nicht um eine locker-leichte und fröhliche Hundegeschichte. Wer dieses Buch zur Hand nimmt sollte sich darüber im Klaren sein, dass es viele traurige, tragische, niederschmetternde und hoffnungslos stimmende Momente gibt und der Schlussteil sogar ein Thrillerelement beinhaltet. Außerdem wird es einem zuweilen wirklich nicht leicht gemacht die Menschenfamilie von Prince ins Herz zu schließen, weil es an positiven zwischenmenschlichen Interaktionen mangelt. Darüber hinaus hat mir das Ende leider nicht gefallen und mich mit einem Gefühl großer Hoffnungslosigkeit und Fassungslosigkeit zurückgelassen.Die "Hundebücher""Marley und ich", "Bailey - Ein Freund fürs Leben"und"Enzo und die wundersame Welt der Menschen"haben mir alle deutlich besser gefallen. Zwar gibt es in diesen Büchern auch einige dramatische und traurige Momente, aber es bleiben einem dort in erster Linie die vielen schönen, berührenden, lustigen und herzergreifenden Momente in Erinnerung. Man wird dort mit der Botschaft zurückgelassen, dass sich zwischen Hund und Mensch eine Freundschaft fürs Leben entwickeln kann, die einem durch die Höhen und Tiefen des Lebens helfen kann.Andere Bücher von Matt Haig("Wie man die Zeit anhält"und"Die Mitternachtsbibliothek")haben mir deutlich besser gefallen als das vorliegende.