Held*innen, Legenden, das sind archaische Worte, denen etwas Opulentes anhaftet. Und man kann schnell einen Zankapfel aus ihnen machen, in dem man sie (nicht selten zurecht) hinterfragt.Feststeht aber, dass die meisten Menschen ihre Held*innen haben, seien es nun ihre ganz persönlichen, die kaum jemand anders kennt oder andere, bei denen sie sich mit einer grossen Fangemeinde einig sind. So lange Begeisterung, Dankbarkeit und Anerkennung Teil der menschlichen Mentalität sind, wird es wohl immer Geschichten von Held*innen geben.Michael Köhlmeier hat dreißig versammelt und zu Legenden erhoben, alle in der historischen Moderne verortet, heißt: Die älteste Geschichte stammt aus dem 18 Jdh., die meisten aus dem 20. Ein paar der Held*innen sind eher persönlicher Natur als weltbekannt, einige sind (US-amerikanische) Ikonen wie Humphrey Bogart, Marilyn Monroe oder Ella Fitzgerald, es gibt Athlet*innen, Musiker*innen, allerdings nur einen Schriftsteller und keine sonstigen Künstler*innen.Positiv hervorzuheben ist die relativ hohe Anzahl an Frauen (13 von 30) und dass auch Geschichten von indigenen Personen vorkommen. Mit Namen wie Truganini, Wilma Rudolph, Sequoyah, Alan Lomax und Alicia Augusta Bell hat Köhlmeier zumindest mir auch einige völlig unbekannte Namen und Geschichten nahegebracht. Etwas hohler wirken dagegen bspw. die Texte zu Mata Hari, Bogart oder Max Schmeling, nichts Neues von dort.Dennoch alles in allem ein gutes Buch für alle, die gerne in Biographien schmökern und ein paar außergewöhnliche Schicksal zumindest streifen wollen.