Nadine Erdmann Die Totenbändiger, 13 Jahre später, Familienbande
Nachdem ein Mitglied der Familie Hunt von zwei Shapeshiftern gebissen wird und um sein Leben bangt, überschlagen sich die Ereignisse bei den Totenbändigern.
Nicht nur, dass die Geister deutlich aggressiver werden und es Hinweise auf illegales Geistersammeln gibt, Gabriel, Matt und die Spuksquad aber auch die Ghost Reaper haben alle Hände voll zu tun.
Die nächste Unheilige Nacht steht bevor, sowohl Leo als auch Toby müssen sich darauf vorbereiten, um den Geminus los zu werden. Während Toby mit Recherchen gegen seine Angst vorgeht, will sich Leo auspowern und nicht darüber nachdenken.
Doch zuvor gibt es Zuwachs in der Familie Hunt: Tyler spricht für die Stelle bei den Ghost Reapers vor und zieht vorübergehend mit seinem Bruder Emery und Ziehvater Barney bei den Hunts ein, da der Nebellockdown vor der Tür steht.
Jen macht einen großen Schritt in Richtung Polizeiakademie, Maze kann sich schon mal Tatortarbeit anschauen und es gibt nicht nur ein Paar, dass sich näher kommt.
Ich begleitete die Totenbändiger schon seit Band 1 und bin immer wieder aufs Neue begeistert, wie toll ich mich in die Bücher fallen lassen kann.
Gerade der Vorgänger hat uns ja mit einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen und ich war schon super gespannt, wie es weitergeht.
Die Autorin hat einen lockeren, modernen Erzählstil. Die Spannung wird durchgängig aufrecht erhalten und was ich an den Büchern so fantastisch finde: es ist wie nach Hause kommen, sich an den Tisch mit den Rifkins und Hunts zu setzen, und man ist sofort wieder mitten in London und wird in Abenteuer, Gefahren und Familienzeit gezogen.
Neben den bereits bekannten Figuren wie Gabriel, Matt, Camren, Evan, Jules werden auch die jetzigen Hauptfiguren Leo, Toby, Maze, Jen und Tyler in den Fokus gerückt. Ich mag, wie unterschiedlich die Figuren ausgearbeitet wurden. Ihre Ängste und Sorgen werden hervorgehoben, dazu gibt es meist einen Gegenpart, der die Figur ergänzt, und über allem steht das herzliche Miteinander und die Zeit zusammen in der Familie.
Aber natürlich wird es auch richtig spannend, denn die Geister in diesem Unheiligen Jahr sind aggressiv und gefährlich, dazu gibt es einen großen Schritt in Sachen Aufklärung der Protesters und anderen Gefahren.
Wie immer hat die Autorin ein außergewöhnliches Händchen für die Erschaffung ihrer Welt. London in der Dunkelzeit, Nebellockdowns, Friedhöfe mit Geheimgängen und andere Orte werden lebendig, bildhaft und atmosphärisch ausgearbeitet.
Was soll ich sagen? Ich liebe die Geschichten rund um die Totenbändiger, die mir jedes mal einen Gruselschauer über den Rücken jagen, aber die mich auch mit Herzensmomenten und Familienzeit immer wieder begeistern können. Da die Bücher aufeinander aufbauen, sollte der direkte Vorgänger bekannt sein. Wer mehr über Gabriel, Matt, Camren, Jules, Evan und Co erfahren will, der darf gerne mit der Ursprungs-Reihe anfangen.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich mag den minimalistischen Stil mit der silbernen Schrift.
Fazit: Spannung, Familienzeit, Gefahr und Liebe. Eine tolle Fortsetzung. Natürlich gibt es von mir eine Leseempfehlung. 5 Sterne.