Etwas schwächer als der erste Band, aber dennoch sehr einfallsreich gestaltet, mit viel Spannung und jeder Menge Humor ¿
Nach dem wirklich fiesen Cliffhanger von Teil eins der "Palace of Ink and Illusions" Reihe habe ich sehnsüchtig auf den zweiten Band gewartet, ihn schon Monate vorher vorbestellt ¿ Doch tatsächlich stellte sich bei mir - nachdem ich das Paket mit dem Buch voller Vorfreude und so begierig wie eine Schachtel Pralinen ausgepackt habe - nach Lesen des zweiten Kapitels eine sehr lange Pause ein, bis ich mich irgendwann doch noch dazu bewegte, das Buch weiterzulesen, in der Hoffnung es catcht mich doch noch so wie Band eins.Warum war das so? Wieso stellte sich bei mir nach wochenlangen Warten und Bangen sowie der Euphorie endlich die Geschichte mit den vielen liebgewonnen Charakteren fortsetzen zu können, so schnell solch eine Ernüchterung und leider auch kleine Enttäuschung ein? Vielleicht habe ich nach diesem heftigen Cliffhanger zu viel erwartet oder aber ich hatte den grandios umgesetzten Einstieg des ersten Teils noch zu sehr in Erinnerung, dass meine Erwartungen zu hoch geschraubt waren.Wie dem auch sei, konnte mich der zweite Band der Story leider nicht so überzeugen und mitreißen wie der erste das geschafft hat. Die vielen einfallsreichen und kreativen Ideen des Settings und des Worldbuilding rund um den Autorenwettbewerb, den die Charaktere bestreiten müssen, haben mich wohl so sehr umgehauen und fasziniert, dass der erste Teil einfach so überwältigend war, dass der zweite, nachdem der erste all das präsentiert hat, das nicht mehr toppen konnte. Irgendwie fühlte ich mich beim Lesen auch ziemlich "erschlagen" von all den Spannungsmomenten und den ständig aufeinander folgenden Prüfungen der Musen. Als Leserin hatte ich das Gefühl kaum Luft schöpfen zu können, alles folgte gefühlt Schlag auf Schlag ohne den Lesern dabei eine Pause zu gönnen. Ich fühlte mich ehrlich gesagt wie die Protagonistin Liv, die zwischen all den Prüfungen und vielen Wendungen und Ereignissen beinahe bis zum Umfallen durchhalten musste. Es war mit der Zeit etwas anstrengend. Auch wenn es wahrscheinlich so gedacht war z.B. durch die kleinen Cliffhanger am Ende eines fast jeden Kapitel, die die Leser bestimmt zum Weiterlesen motivieren sollten, war es für mich persönlich doch ein bisschen zu viel an spannungsgeladenen Momenten. Irgendwie fühlte es sich dadurch wie ein Lesemarathon an, wo ich doch zwischendurch ganz gerne eine Pause von der vielen Bilderflut in meinem Kopf gehabt hätte.Die Geschichte startet unmittelbar da, wo sie im ersten Teil endete und punktet abermals wieder mit dem humorvollen Schreibstil der Autorin. Zum Ende hin, wenn sich alles zusammenfügt, wird nochmal richtig an Spannung zugelegt, auch wenn es mir am Ende dann doch zu schnell geht. Die Charaktere sind alle mit ihrem ganz persönlichen Charme sehr gut gestaltet und umgesetzt, man kann sie alle einfach nur gern haben und ich habe die Entwicklung der Liebesbeziehung zwischen Liv und Flame nur zu gerne mitverfolgt ¿¿Zudem fand ich das Bonuskapitel für die Newsletter Abonnenten noch als Kirsche auf der Sahnetorte wirklich sehr appetitlich bzw. eine sehr schöne Idee und rundete die Geschichte noch einmal sehr gut ab.Insgesamt ist die Dilogie wirklich eine unvergleichliche Romantasy-Story, die ich so noch nie gelesen habe, mit vielen tollen Ideen von den Musen bis hin zu den sprechenden Ratgebern, den erschreckenden Zensuren, den gefährlichen Prüfungen und der umgekehrten Bibliothek sehr einzigartig und unglaublich gut gestaltet, mit einem sehr liebgewonnenen Figurenorchester und einem guten Spritzer Humor garniert, dass ich sie jedem weiterempfehlen kann, der genau das liebt: Einfallsreiche Fantasy, ein traumhaftes Setting, witzige und charmante Charaktere, eine tragische Liebesgeschichte, einen großen Spannungsbogen und eine Prise Spice ¿¿¿¿