Es gab zu viele Geschichten in einer,weswegen auch die Tiefe gefehlt hat.
"Passagier 23" von Sebastian Fitzek spielt auf dem Kreuzfahrtschiff "Sultan of the Seas". Polizeipsychologe und verdeckter Ermittler Martin Schwartz wollte dieses nie wieder betreten, da seine Ehefrau dort vor fünf Jahren Selbstmord begangen und den gemeinsamen Sohn mitgenommen hat. Doch er bekommt einen Anruf, dass er auf das Schiff kommen muss, denn dort ist ein Mädchen wieder aufgetaucht, das dort vor Wochen verschwunden ist. Und sie besitzt den Teddy seines Sohnes.An sich fing die Geschichte recht interessant an, auch wenn ich mit Martin nicht ganz warm wurde. Er wurde als harter Typ gezeichnet, der sich freiwillig HIV-Antikörper spritzt und sich selbst einen Zahn ausschlägt, weil ihn seit dem Tod seiner Familie nichts interessiert. Das habe ich sogar verstanden, aber dennoch war mir das von ihm alles irgendwie zu viel. Aber das hat sich auch durch das ganze Buch gezogen. Es wurde immer mehr gemacht, die ganzen Charaktere, sei es Julia, die mit ihrer Tochter Lisa auf dem Schiff war, oder Elena, die Schiffsärztin. Es wurde nicht nur eine gute Story daraus gemacht, sondern mehrere, die sich zwar ganz gut miteinander verbunden haben, die mir persönlich aber viel zu viel waren. Weniger wäre mehr gewesen. So wurde vieles erzählt und irgendwie konnte mich nichts wirklich mitnehmen. Allem hat eine gewisse Tiefe gefehlt, selbst den einzelnen Charakteren. Es gab viele ernste Themen, gerade bezüglich der Kinder, aber selbst da konnte ich nicht gefesselt werden. Zudem kamen öfters mal Situationen, die ich nicht passend fand. Da wird gesagt, dass Julia mit ihrer Tochter Lisa in den Herbstferien ist und im gleichen Atemzug sagt Tom, der Lehrer von Lisa, am Telefon zu Julia, dass er erst heute von Schülern am Pausenhof etwas mitbekommen hätte. Das fand ich irgendwie unpassend, wenn es doch Herbstferien sind. Vielleicht gibt es irgendwelche Ferien-AGs oder sowas, aber das finde ich doch sehr ungewöhnlich und wäre ein ziemlicher Zufall. Sicherlich weiß ich duch das Ende, woher er diese Informationen wirklich hat, aber das hätte dann ja direkt als Lüge auffliegen müssen. So hat einfach einiges nicht gepasst. Ich vergebe zwei Sterne, da die Idee sicherlich interessant war, aber die Story einfach nicht meines war. Zudem fand ich noch sehr merkwürdig, dass es einen Epilog gab, dann die Danksagung des Autors, nur damit noch ein Kapitel zu der Geschichte kam. Kann man machen, muss in meinen Augen aber nicht sein, aber das ist sicherlich auch Geschmackssache.