Eine faszinierende Welt voller Magie, Kreaturen und Romantik, durch die die Handlung leider viel zu schnell hindurchrast.
Embrace the Serpent hat mich vor allem mit seinem Worldbuilding, den Charakteren und dem Magiekonzept überzeugen können. Die Welt wirkt fantasievoll und abwechslungsreich, und ich mochte es sehr, nach und nach die verschiedenen Kreaturen, Wesen und Gestalten kennenzulernen, die sie bevölkern. Es waren nicht die typischen Fabelwesen - wie beispielsweise Fae, Elfen etc. -, was sehr erfrischend war. Auch das Magiekonzept fand ich spannend und passend in die Welt eingebettet. Zusammen mit den unterschiedlichen Figuren entsteht dadurch eine Fantasywelt, in die man schnell eintauchen kann. Die Charaktere haben mir insgesamt gut gefallen, und ich konnte ihre Geschichte gerne verfolgen.Die Liebesgeschichte hat für mich ebenfalls funktioniert. Sie ist zwar vorhersehbar und auch einige andere Entwicklungen der Handlung konnte ich schon relativ früh erahnen. Das hat meinen Lesespaß aber nicht geschmälert. Die Romance hat gut zur Geschichte gepasst, und ich mochte die Dynamik zwischen Rane und Saphira trotzdem sehr gerne.Ein großer Pluspunkt ist außerdem der Schreibstil. Er ist angenehm, flüssig und sehr gut lesbar. Das Buch geht wirklich leicht "von der Hand". Gerade zusammen mit dem interessanten Setting sorgt das dafür, dass man problemlos für einige Zeit in der Geschichte versinken kann.Mein größter Kritikpunkt ist allerdings das Erzähltempo. Die Handlung schreitet stellenweise extrem schnell voran. Dabei geht es für mich weniger darum, dass einzelne Szenen etwas länger hätten sein müssen, sondern vielmehr darum, dass ganze Handlungsstränge mehr Zeit gebraucht hätten. Entwicklungen werden begonnen, vorangetrieben und teilweise schon wieder abgeschlossen, bevor sie sich richtig entfalten können.Gerade bei Konflikten, Beziehungen und größeren Wendungen hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte länger bei ihnen bleibt. Dadurch hätten bestimmte Ereignisse mehr Gewicht bekommen können und auch die Charakterentwicklung hätte stellenweise noch stärker wirken können. Das hohe Tempo sorgt zwar dafür, dass kaum Leerlauf entsteht, für mich war es aber teilweise schlicht zu schnell.Das finde ich besonders schade, weil die Welt eigentlich genug Potenzial bietet, um deutlich mehr Raum einzunehmen. Ich hätte gerne länger an einzelnen Orten verweilt, mehr über bestimmte Figuren und Kreaturen erfahren und einige Entwicklungen ausführlicher begleitet. Dem Buch hätten deshalb meiner Meinung nach durchaus einige zusätzliche Kapitel oder generell mehr Seiten gutgetan.Optisch ist Embrace the Serpent dafür wirklich wunderschön gestaltet. Ich bin kein großer Fan von Farbschnitten, aber dieser hier ist besonders gelungen. Die Gestaltung passt hervorragend zum Thema und zur Atmosphäre des Buches und macht die Ausgabe für mich auch als physisches Buch zu etwas Besonderem.Insgesamt hat mir Embrace the Serpent trotz meiner Kritik gut gefallen. Das Worldbuilding, das Magiekonzept, die Charaktere und die fantasievollen Kreaturen haben mir Freude gemacht, und auch die Liebesgeschichte konnte mich unterhalten. Der flüssige Schreibstil macht das Buch angenehm zu lesen. Gleichzeitig bleibt bei mir aber das Gefühl zurück, dass die Geschichte noch deutlich stärker hätte sein können, wenn man ihr einfach mehr Zeit gegeben hätte.