Vroni Grasegger trauert ihrem gewalttätigen ersten Mann nicht nach. Aber sie heiratet wieder und zwar den Anton Huber. Die große Liebe ist es nicht. Sie arbeitet bis zum Umfallen und kümmert sich nicht nur um ihre Familie, sondern auch noch um ihre behinderte Stieftochter Rosl und den dahinscheidenden Onkel. Anton möchte den Hof gerne voranbringen und neue Methoden in der Rinderzucht anwenden, doch die Vroni hat den Hof mit in die Ehe gebracht und will sich das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen. Schwiegermutter Afra weiß, was für Fähigkeiten in Vroni stecken und unterstützt sie. Ein Besuch der beiden Frauen in München führt zu ungeahnten Auswirkungen.
Ich habe den Vorgängerband Heumahd leider zuvor nicht gelesen. Das ist zwar nicht unbedingt notwendig, wäre aber sicherlich förderlich gewesen.
Vroni ist eine intelligente und starke junge Frau, die das Leben so annimmt, wie das Schicksal es ihr vor die Füße wirft. Sie arbeitet hart und kümmert sich um die Menschen in ihrem Umfeld. Doch Gefühle zeigen ist ihr nicht so gegeben. Die Ehe mit dem Anton ist eine Zweckgemeinschaft und daher läuft es auch nicht gut. Vroni will mitreden, denn sie hat den Hof mit in die Ehe gebracht. Anton aber möchte der Herr auf dem Hof sein und seine Vorstellungen umsetzen. Vronis Schwiegermutter erkennt die Fähigkeiten ihrer Schwiegertochter und unterstützt sie, selbst dann, als ihr Vroni gesteht, dass die Gefühle mit ihr durchgegangen sind. Die exzentrische Afra gefällt mir ganz besonders. Sie zieht ihr Ding durch und ihr Mann wehrt sich auch nicht dagegen. Für ihre Reise nach München hat sie geschickt einen Grund gefunden und die Vroni gleich mit eingebunden.
Die Autorin Susanne Betz erzählt anschaulich und bildgewaltig vom harten Leben, das die Menschen in dieser rauen Gegend damals führten. Man spürt aber auch deutlich, dass sich politisch einiges ändert und der Fortschritt sich langsam breit macht.
Mir hat dieser ruhige, aber interessante Roman gut gefallen.