Ein bildgewaltiges, ungeschöntes Meisterwerk über das harte Leben im Werdenfelser Land!
Mit "Johannifeuer" ist Susanne Betz eine absolut würdige und tief beeindruckende Fortsetzung ihres Romans "Heumahd" gelungen, die man jedoch problemlos auch ohne Vorkenntnisse genießen kann. Wer historische Romane abseits des üblichen, kitschigen Mainstreams sucht, wird hier vollends fündig.Die größte Stärke des Buches liegt unbestritten in der wortgewaltigen, extrem bildhaften Sprache der Autorin. Betz versteht es meisterhaft, die karge und raue Natur des Werdenfelser Landes gegen Ende des 19. Jahrhunderts so lebendig zu beschreiben, dass man die Bergluft förmlich riechen und die Kälte spüren kann. Dabei verzichtet sie komplett auf falsche Romantik: Die knochenharte, brutale Realität und die Entbehrungen der damaligen Bergbäuerinnen werden schonungslos, authentisch und extrem fundiert recherchiert dargestellt.Getragen wird diese dichte Atmosphäre von faszinierenden, eigensinnigen Charakteren. Die harte Protagonistin Vroni und die herzensgute Rosl wachsen einem beim Lesen schnell ans Herz und bringen eine wunderbare Dynamik in die Geschichte.Man sollte sich vor dem Kauf allerdings bewusst machen, worauf man sich einlässt: "Johannifeuer" ist kein rasanter Thriller, sondern ein ruhiges, unaufgeregtes und charaktergetriebenes Drama. Genau diese Entschleunigung und die Liebe zum Detail machen das Buch aber so besonders. Wer sich auf den atmosphärischen Erzählstil einlässt, wird mit einer tiefgründigen, berührenden Geschichte belohnt. Für mich ein absolutes Lese-Highlight. Eine uneingeschränkte Empfehlung für alle Liebhaber anspruchsvoller historischer Literatur!