Ein Buch, das weh tut, bewegt und lange bleibt.
¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿ 5/5 SterneStella ist eines dieser Bücher, das man beendet - und das trotzdem noch lange nachhallt.Es ist schon eine Weile her, seit ich es gelesen habe, aber bis heute gehört es zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.Die Geschichte spielt im Jahr 1942 - mitten in einer der dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte. Zwischen dem Verbot, dass Juden keine Haustiere halten dürfen, der Schließung der letzten jüdischen Schulen, den ersten Deportationen nach Auschwitz und dem Erlass von Heinrich Himmler, dass in Auschwitz nun Menschen und Tiere zu Versuchszwecken freigegeben sind, lesen wir über eine junge Liebe.Das Buch ist so intensiv.Während man liest, vergisst man nie, in welcher Zeit man sich befindet. Dieses bedrückende Gefühl zieht sich durch jede Seite. Gleichzeitig schafft Würger es mit seinem einzigartigen Schreibstil, eine Geschichte zu erzählen, die emotional komplett mitreißt.Nach dem Buch habe ich direkt eine Dokumentation über Stella gesucht, weil mich die Geschichte und vor allem die reale Person dahinter nicht mehr losgelassen haben.Ganz wichtig:Lest unbedingt den Epilog¿¿Ich verstehe absolut, warum dieses Buch damals eine große Debatte ausgelöst hat. Die Frage, wer über diese Zeit schreiben "darf" und wie man mit realen Personen aus dieser Epoche literarisch umgeht, ist sicher diskutabel. Aber ich persönlich finde solche Bücher unglaublich wichtig. Diese Zeit darf niemals vergessen werden. Und sie darf NIE WIEDER passieren.Für mich war Takis Würger damals eine völlige Neuentdeckung. "Stella" war mein erstes Buch von ihm - und danach mussten sofort alle anderen folgen, weil mich sein Schreibstil so überzeugt hat.