Starke Frauen in Katar
Mich hat das Buch sehr berührt. Da mir Tokio Regen schon so gut gefallen hat, hatte ich ziemlich hohe Erwartungen und sie wurden nicht enttäuscht.HandlungDiplomatentochter Rea (super Namenswahl, übrigens!) muss gegen ihren Willen mit ihren Eltern von München nach Katar umziehen. Dort trifft sie nicht nur auf eine völlig andere Kultur, sondern auch den geheimnisvollen Shabah. Sofort fühlt Rea sich zu ihm hingezogen, doch wie ein Phantom verschwindet der junge Katarer immer wieder, denn Shabah hat ein gefährliches Geheimnis. Zum Glück findet Rea schnell Freundinnen, die so gar nicht dem Klischee der typischen Araberin entsprechen und lernt in der Wüste eine Welt voller Freiheit und Schönheit kennen, die jedoch stets bedroht ist...Charaktere und HintergrundEs war erfrischend, im Buch von so vielen starken weiblichen Charakteren zu lesen, die ihr Leben trotz der rigiden Moralvorstellungen der Gesellschaft um sie herum gestalten und für ihr Glück kämpfen. Besonders Reas Freundinnen, die in der Wüste Autorennen fahren, sich gegen Unterdrückung in der eigenen Familie wehren und vor allem wie Pech und Schwefel zusammenhalten, haben mir sehr gut gefallen.HintergrundDas Buch webt viele wichtige Themen wie Frauenrechte, staatliche Willkür und die Rechte der LGBTQ+-Community in die Handlung ein. Da die Autorin selbst vor Ort in Katar war und mit den Menschen dort gesprochen sowie selbst Familie im Iran hat, wirkt das Erzählte glaubwürdig und gibt stimmlosen Menschen eine Stimme. Da es durchaus ein Risiko ist, in Zeiten von seichten College-Liebesgeschichten auf den Bestsellerlisten so ernste und auch traurige Themen zu behandeln, finde ich die Entscheidung für das Thema dieses Buchs unglaublich wichtig, damit bedeutende Herausforderungen unser Zeit nicht aus dem Blickfeld geraten.Fazit: Wichtige Thematik, faszinierender Schauplatz, starke Charaktere. Lest das Buch :-)