Den Aufbau eines körperlich-aktiven Lebensstils zu fördern gilt heute als eine der zentralen gesundheitspräventiven Strategien. Im vorliegenden Buch wird diese Strategie genauer beleuchtet. Im Abschnitt I geht es zunächst allgemein um körperliche Aktivität als alltägliche "Gewohnheit" und "Lebensstil". Was weiß man über den Zusammenhang zwischen körperlich-aktivem Lebensstil und Gesundheit? Und wie wirksam sind die Interventionen, mit denen man bislang versucht hat, den Aufbau eines körperlich-aktiven Lebensstils zu fördern?
Der Abschnitt II ist ganz der Beschreibung dieses Lebensstils gewidmet: Wie sieht das "Beginnen, Dabeibleiben und Aufhören" genau aus? Was lässt sich über das Zusammenspiel der körperlichen Aktivität mit den anderen Gesundheitsverhaltensweisen (Ernährungsweise, Rauchen, Alkohol) sagen? Gibt es Verhaltensmuster, die man kennen muss, um später solche Muster erfolgreich verändern zu können? Und welche Entwicklung nimmt die körperliche Aktivität über die gesamte Lebensspanne hinweg betrachtet? Lassen sich kritische Phasen identifizieren, in denen man eine besonders hohe Bereitschaft zur Lebensstiländerung zeigt?
Im Abschnitt III wird den psychologischen Faktoren und Mechanismen nachgespürt, die für die Genese eines dauerhaften Aktivseins von Bedeutung sind. Neben den einschlägigen Motivationstheorien werden hier auch die aktuellen Ansätze der Volitionstheorien und Stadienmodelle diskutiert. Im Abschnitt IV werden die praktischen Programme näher beleuchtet, mit denen der Versuch unternommen wird, einen körperlich-aktiven Lebensstil zu vermitteln. Den Abschluss des Buchs bildet in Abschnitt V die Vorstellung eines ganz spezifischen Interventionsansatzes zum Aufbau eines körperlich-aktiven Lebensstils: Es handelt sich um die in Freiburg entwickelte MoVo-Konzeption, die gegenwärtig in verschiedenen Forschungs- und Praxis-Projekten didaktisch weiter ausgearbeitet und hinsichtlich ihrer Effektivität überprüft wird.
Inhaltsverzeichnis
1;Vorwort;6 2;Inhalt;8 3;I Körperlich-aktiver Lebensstil: Grundlage, Wirkung und Veränderung;10 3.1;1 Körperliche Aktivität und die Macht der Gewohnheit;12 3.1.1;1.1 Was sind Gewohnheiten?;13 3.1.1.1;1.1.1 Automatizität;14 3.1.1.2;1.1.2 Wiederholung;15 3.1.1.3;1.1.3 Situative Einbettung;16 3.1.1.4;1.1.4 Regelmäßigkeit und Rhythmik;17 3.1.1.5;1.1.5 Beherrschungsgrad;18 3.1.1.6;1.1.6 Fazit;18 3.1.2;1.2 Intentionales versus habituelles Verhalten;18 3.1.3;1.3 Wie entwickeln sich Gewohnheiten?;22 3.1.4;1.4 Wie lassen sich Gewohnheiten verändern bzw. neu aufbauen?;23 3.1.4.1;1.4.1 Änderung der situativen Umstände;23 3.1.4.2;1.4.2 Bewusste Planung des neuen Verhaltens;25 3.1.4.3;1.4.3 Wie tragen IMPS zur Herausbildung neuer Gewohnheiten bei?;27 3.1.5;1.5 Warum sind Gewohnheiten so stark?;27 3.1.6;1.6 Wie sind Gewohnheiten im Gedächtnis abgespeichert?;28 3.1.7;1.7 Abschließende Betrachtung;29 3.1.8;Literatur;29 3.2;2 Körperliche Aktivität und Gesundheit;32 3.2.1;2.1 Evidenz;33 3.2.2;2.2 Effekte auf die körperliche Gesundheit;35 3.2.2.1;2.2.1 Mortalität;35 3.2.2.2;2.2.2 Herz-Kreislauf-Erkrankungen;36 3.2.2.3;2.2.3 Krebserkrankungen;38 3.2.2.4;2.2.4 Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates;38 3.2.2.5;2.2.5 Koronare Risikofaktoren;39 3.2.2.6;2.2.6 Andere Erkrankungen und Alter;40 3.2.3;2.3 Effekte auf die psychische Gesundheit;42 3.2.3.1;2.3.1 Psychische Störungen;42 3.2.4;2.4 Fazit;48 3.3;3 Interventionen zur Förderung körperlicher Aktivität;54 3.3.1;3.1 Wissenschaftliche Fundierung von Interventionen zur Förderung der körperlichen Aktivität;55 3.3.1.1;3.1.1 Theoretische Fundierung;55 3.3.1.2;3.1.2 Empirische Fundierung;59 3.3.2;3.2 Reviews zur Wirksamkeit von Interventionsmaßnahmen zur Förderung körperlicher Aktivität;61 3.3.2.1;3.2.1 Der Cochrane-Review von Hillsdon et al. (2005);62 3.3.2.2;3.2.2 Der Cochrane-Review von Jackson et al. (2005);67 3.3.2.3;3.2.3 Empfehlungen der Task Force on Community Preventive Services;68 3.3.3;3.3 Schlussfolgerungen und Ausblick;72 3.
3.4;Literatur;74 4;II Beschreibung des körperlich-aktiven Lebensstils;78 4.1;4 Beginnen, Dabeibleiben und Aufhören;80 4.1.1;4.1 Begrifflichkeiten;81 4.1.2;4.2 Sportliche Aktivität in der Bevölkerung und ihre Veränderung;82 4.1.3;4.3 Beginnen einer Sportaktivität;85 4.1.4;4.4 Aufrechterhaltung einer Sportaktivität;86 4.1.5;4.5 Zusammenfassung und Ausblick;93 4.1.6;Literatur;94 4.2;5 Körperliche Aktivität über die Lebensspanne;98 4.2.1;5.1 Die Perspektive der Lebensspanne;98 4.2.2;5.2 Messtheoretische Besonderheiten der Lebensspanneforschung;100 4.2.3;5.3 Körperliche Aktivität über die Lebensspanne;103 4.2.4;5.4 Kritische Phasen;110 4.2.5;5.5 Bewegungsmotive über die Lebensspanne;110 4.2.6;5.6 Sportartenpräferenzen über die Lebensspanne;112 4.2.7;5.7 Offene Fragen der sportbezogenen Lebensspannenforschung;114 4.2.8;Literatur;114 4.3;6 Körperliche Aktivität im Zusammenspiel mit anderen Gesundheitsverhaltensweisen;117 4.3.1;6.1 Methodische Aspekte;119 4.3.1.1;6.1.1 Stichproben und Verhaltensmessung;119 4.3.1.2;6.1.2 Untersuchungsdesigns und statistische Analysen;120 4.3.2;6.2 Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität und den anderen Verhaltensweisen;121 4.3.2.1;6.2.1 Körperliche Aktivität und Alkoholkonsum;124 4.3.2.2;6.2.2 Körperliche Aktivität und Tabakkonsum;128 4.3.2.3;6.2.3 Körperliche Aktivität und Ernährung;128 4.3.3;6.3 Fazit;133 4.3.4;Literatur;134 5;III Erklärung des körperlichaktiven Lebensstils;138 5.1;7 Motivation zu körperlicher Aktivität;140 5.1.1;7.1 Intrinsische und extrinsische Motivation bei körperlicher Aktivität;140 5.1.1.1;7.1.1 Intrinsische Motivation I: Tätigkeitsanreize und ihre Bedeutung für die körperliche Aktivität;141 5.1.1.2;7.1.2 Intrinsische Motivation II: Selbstbestimmungstheorie und körperliche Aktivität;143 5.1.2;7.2 Ziel-Orientierung und Motivation zu körperlicher Aktivität;144 5.1.3;7.3 Motivation zu körperlicher Aktivität aus der Perspektive der Gesundheitspsychologie;146 5.1.3.1;7.3.1 Die Sozial-kognitive Theorie;147 5.1.3.2;7.
3.2 Die Theorie des geplanten Verhaltens;150 5.1.3.3;7.3.3 Theorie der Schutzmotivation;153 5.1.4;7.4 Abschließende Gesamtbetrachtung;155 5.1.5;Literatur;156 5.2;8 Volitionale Verhaltenskontrolle;159 5.2.1;8.1 Ziele und Volition;159 5.2.2;8.2 Kognitive Aufgaben in der Volition;162 5.2.3;8.3 Volition als endliche Ressource;163 5.2.4;8.4 Volitionale und nicht volitionale Verhaltenskontrolle;164 5.2.5;8.5 Ein Meta-Modell volitionaler Handlungskontrolle;166 5.2.5.1;8.5.1 Prospektive Kontrolle;168 5.2.5.2;8.5.2 In-situ-Kontrolle;171 5.2.6;Literatur;175 5.3;9 Stadienmodelle der körperlichen Aktivität;179 5.3.1;9.1 Stadienmodelle angewandt auf körperliche Aktivität;180 5.3.1.1;9.1.1 Das Transtheoretische Modell (TTM);181 5.3.1.2;9.1.2 Das Berliner Stadien-Modell (BSM);184 5.3.1.3;9.1.3 Sozial-kognitives Prozessmodell des Gesundheitsverhaltens (HAPA);186 5.3.2;9.2 Kritik an Stadienmodellen und empirische Evidenz für Stadien;188 5.3.2.1;9.2.1 Arbiträre Stadieneinteilung und verbesserte Stadiendiagnostik;189 5.3.2.2;9.2.2 Pseudostadien und statistische Testung von Diskontinuitätsmustern;190 5.3.3;9.2.3 Experimentelle Studien zur Testung von Stadienannahmen;192 5.3.4;9.3 Stadienspezifische Interventionen und Matched-Mismatched-Designs;194 5.3.4.1;9.3.1 Annahmen und Forschungsmethodik;194 5.3.4.2;9.3.2 Forschungsstand stadienspezifische Sportförderungsmaßnahmen;195 5.3.5;9.4 Zusammenfassung;197 5.3.6;Literatur;198 6;IV Programme zum Aufbau eines körperlich-aktiven Lebensstils;202 6.1;10 Bevölkerungsbezogene Interventionen und Kampagnen;204 6.1.1;10.1 Begriffsklärungen;204 6.1.2;10.2 Theoretische Zugangsweisen in der Interventionspraxis;206 6.1.3;10.3 Überblick zur Evidenzlage;209 6.1.3.1;10.3.1 Ein kurzer Überblick über Überblicksbeiträge;210 6.1.3.2;10.3.2 Ergebnisse aus ausgewählten Originalstudien;211 6.1.4;10.4 Ausblicke zur Entwicklung und Bewertung von bevölkerungsbezogenen Maßnahmen und Kampagnen;214 6.1.4.1;10.4.1 Effekt-Hierarchie-Modell;215 6.1.4.2;10.4.2 Multilevel-I
nterventionen;216 6.1.4.3;10.4.3 Anknüpfen an medienwissenschaftliche Erkenntnisse;218 6.1.5;10.5 Zusammenfassung und Fazit;218 6.1.6;Literatur;219 6.2;11 Kommunale Programme der Sport- und Bewegungsförderung;222 6.2.1;11.1 Gesundheitsförderung durch körperlich-sportliche Aktivierung in der Kommune;222 6.2.2;11.2 Kommunale Sportentwicklung;227 6.2.3;11.3 Kommunale Projekte zur Förderung eines körperlich-aktiven Lebensstils;231 6.2.4;11.4 Reviews zur Wirksamkeit von Interventionen zur Förderung körperlicher Aktivität in der Kommune;236 6.2.5;11.5 Perspektiven;238 6.2.6;Literatur;240 6.3;12 Betriebliche Sport- und Bewegungsförderung;244 6.3.1;12.1 Bewegungsmangel führt zu Krankheit;244 6.3.2;12.2 Sport und Bewegung als Gesundheitsressource;246 6.3.3;12.3 Der Betrieb als geeignetes Setting für Sport und Bewegung;246 6.3.4;12.4 Arbeit und Bewegung wie ist Sport im Betrieb organisiert?;247 6.3.4.1;12.4.1 Betriebssport;248 6.3.4.2;12.4.2 Betriebliche Gesundheitsförderung;250 6.3.4.3;12.4.3 Unterstützung von Initiativen der Mitarbeiter;252 6.3.5;12.5 Verbreitung von Sport und Bewegung in Unternehmen;252 6.3.6;12.6 Wirkungen betrieblicher Interventionsmaßnahmen;253 6.3.7;12.7 Wirtschaftlichkeitsanalysen;254 6.3.7.1;12.7.1 Wirtschaftlichkeit von Betrieblicher Gesundheitsförderung;256 6.3.7.2;12.7.2 Wirtschaftlichkeit von Sportprogrammen in der Betrieblichen Gesundheitsförderung;257 6.3.8;12.8 Fazit;258 6.3.9;Literatur;260 6.4;13 Gruppenprogramme zum Aufbau eines körperlich-aktiven Lebensstils;263 6.4.1;13.1 Reine Sportprogramme ohne psychologische Komponente;264 6.4.2;13.2 Sportprogramme mit psychologischer Komponente;265 6.4.2.1;13.2.1 Integration der psychologischen Intervention in das Sportprogramm;266 6.4.2.2;13.2.2 Psychologische Intervention außerhalb des Sportprogramms;271 6.4.2.3;13.2.3 Gesamtbetrachtung der Sportprogramme mit psychologischer Komponente;273 6.4.3;13.3 Rein psychologische Programme ohne eigene Sportkomponente;275 6.4.4;13.4 Fazit;279 6.4.5;Literatur;2
80 6.5;14 Bewegungsberatung im medizinischen Setting;283 6.5.1;14.1 Bewegungsberatung als gesundheitsförderliche und präventive Maßnahme in der Arztpraxis;283 6.5.2;14.2 Programmübergreifende Aspekte der Bewegungsberatung: Das 5-A-Konzept;285 6.5.3;14.3 Ausgewählte Programme der Bewegungsberatung;289 6.5.3.1;14.3.1 Physician-based Assessment and Counseling for Exercise (PACE);289 6.5.3.2;14.3.2 Physically Active for Life (PAL);291 6.5.3.3;14.3.3 Activity Counseling Trial (ACT);294 6.5.4;14.4 Effektivität der Bewegungsberatung: Schlussfolgerungen und Perspektiven;296 6.5.5;Literatur;301 6.6;15 Internetgestützte Bewegungsförderung;303 6.6.1;15.1 Die Prinzipien von maßgeschneiderten Interventionen;303 6.6.2;15.2 Die Wirksamkeit von maßgeschneiderten Interventionen;304 6.6.2.1;15.2.1 Wirksamkeit von maßgeschneiderten Interventionen der ersten Generation;306 6.6.2.2;15.2.2 Wirksamkeit von maßgeschneiderten Interventionen der zweiten Generation;307 6.6.3;15.3 Dissemination von maßgeschneiderten Interventionen;310 6.6.4;15.4 Zwei Beispiele von internetbasierten individualisierten Programmen zur Bewegungsförderung;311 6.6.4.1;15.4.1 active-online.ch;311 6.6.4.2;15.4.2 feelok;315 6.6.5;15.5 Diskussion und Fazit;319 6.6.6;Literatur;320 7;V Theoriegeleitete Lebensstil-Interventionen: MoVo;324 7.1;16 Das MoVo-Modell als theoretische Grundlage für Programme der Gesundheitsverhaltensänderung;326 7.1.1;16.1 Das MoVo-Prozessmodell;326 7.1.2;16.2 Schlussfolgerungen für die Interventionspraxis;331 7.1.3;Literatur;333 7.2;17 M.O.B.I.L.I.S.: Ein 12-Monate-Programm zur Lebensstiländerung bei Adipositas;335 7.2.1;17.1 Hintergrundinformation zu Adipositas;335 7.2.2;17.2 M.O.B.I.L.I.S.: Programmablauf und -inhalte;337 7.2.3;17.3 Evaluation von M.O.B.I.L.I.S.;339 7.2.3.1;17.3.1 Gewichtsveränderung durch M.O.B.I.L.I.S.;340 7.2.3.2;17.3.2 Verhaltens- und Kognitionsänderungen durch M.O.B.I.L.I.S.;340 7.2.4;17.4 Gesamtbetrachtung;346 7.2.5;Literatur;348 7.3;18 MoVo-LISA: Ein Kleingruppenprogram
m zum Aufbau des Bewegungsverhaltens;349 7.3.1;18.1 Warum MoVo-LISA?;349 7.3.2;18.2 Programmablauf und -inhalte von MoVo-LISA;350 7.3.3;18.3 Wirksamkeit von MoVo-LISA;354 7.3.3.1;18.3.1 Sportaktivität;355 7.3.3.2;18.3.2 Selbstwirksamkeitserwartungen;357 7.3.3.3;18.3.3 Negative Konsequenzerwartungen;358 7.3.3.4;18.3.4 Intention zur regelmäßigen Sportteilnahme;359 7.3.3.5;18.3.5 Planungstiefe;360 7.3.4;18.4 Abschließende Betrachtung;361 7.3.5;Literatur;361 8;Die Autorinnen und Autoren des Bandes;364