Liebe auf Japanisch die »Amour passion« war für Japaner in der Frühen Neuzeit nicht fremd. Der Band fragt danach, warum sich diese Form der Liebe dort anders als in Westeuropa nicht im Übergang zur Moderne durchgesetzt hat.
Nach dem Muster von Niklas Luhmanns Analysen in 'Liebe als Passion' analysiert Takemitsu Morikawa den Wandel der Liebessemantik in Japan im Übergang von stratifikatorischer zu funktionaler Gesellschaftsdifferenzierung: von der Frühen Neuzeit bis ca. 1920. In Auseinandersetzung mit Texten der literarischen Tradition Japans (beispielsweise Romanen, Novellen, Erzählungen und Dramen) fragt er, inwieweit sich Luhmanns theoretische Konstruktion des wechselseitigen Verhältnisses von Evolution der Semantik einerseits und Differenzierung der Gesellschaft andererseits im japanischen Kontext bewährt.