Die Vorgeschichte zu Pullmans ¿His Dark Materials¿-Trilogie lässt uns wissen, wie Lyra ins Jordan College kommt¿ über den wilden Fluss!
Pullmans Trilogie "His Dark Materials¿ über Lyra Belaqua ist weltberühmt. Sie gehört nicht zu meinen Lieblingsreihen und doch nach einem Reread in diesem Jahr habe ich doch eine andere Sicht darauf bekommen und wollte wissen, wie Lyra nun ins Jordan College kommt. Und genau das erfahren wir. Dabei wird auch Lyras Herkunft erwähnt, ein Spoiler gegenüber der ersten Trilogie. Dementsprechend würde ich das Buch, trotz dass es Vorgeschichte ist, erst nachher lesen. "Über den wilden Fluss" bildet ja auch den ersten Band einer weiteren Trilogie, "The book of Dust", welche mit Band 2 nach "His Dark Materials" ansetzt.Aber zurück zum Buch, in dem Lyra zwar schon irgendwie der rote Faden ist, aber dennoch keine Hauptrolle spielt. Die obliegt ganz klar Malcolm. Ein einfacher Sohn eines Wirtes, der den Leser*innen aber äußerst schnell als sehr schlau und gewitzt, aber auch praktisch und zupackend auffällt. Der erste Teil der Geschichte befasst sich eigentlich nur mit ihm, seiner Charakterisierung, der Einführung der Nebenfiguren, auch Lyra, und einiger Ereignisse, die letztlich zum zweiten Teil, der über den wilden Fluss führt und Lyra ins Jordan College.Inhaltlich möchte ich dazu gar nicht mehr verraten. Der erste Teil zieht sich durchaus erst mal ein wenig, auch wenn es viele kleine Höhepunkte gibt. Und doch lernen wir Malcom dadurch wirklich gut kennen und können uns auf ihn und seine Welt einlassen. Es findet so Manches Erwähnung, was der/die Pullman-Leser*in bereits kennt und doch ist es ein geschicktes Anknüpfen an die bisher bekannte Geschichte. Der zweite Teil ist dann zunehmend spannend, ganz klar ein Roadtrip mit dem Ziel Lyra in Sicherheit zu bringen.Insgesamt geht es mir mit der Geschichte wie schon mit der "His Dark Materials"-Trilogie. Einerseits ist sie unglaublich interessant, es gibt tolle (nicht nur fantastische) Ideen und reichlich Spannung, vor allem im zweiten Teil. Andererseits liegt die ganze Zeit etwas Unheilschwangeres in der Luft. Schon zu Beginn, wo es mit Malcolm eigentlich ganz leicht los geht. Das liegt zum einen am geschilderten System der fast schon totalitären Kirche, die ein Gefühl der Angst und Vorsicht entstehen lässt. Zum anderen ist das Buch nicht gerade zartbesaitet. Gewalt und Tod werden durchaus sehr deutlich geschildert, durchaus noch angemessen als Jugendbuch, aber doch auffällig. Insgesamt fiel es mir dann manchmal schwer weiterzuhören bzw. zu lesen, weil immer das Gefühl da war, es passiert gleich was Schlimmes. Und nur der Ausgang für Lyra war ja letztlich gewiss.Noch ein Wort zum Hörbuch: Rufus Beck ist ein geübter Sprecher und haucht der Geschichte wie immer gekonnt und wunderbar Leben ein. So war es trotz vielen Informationen (bei Kenntnis von Pullmans Geschichte um Lyra) kein Problem der Geschichte hörend zu folgen.Fazit: Eine langsam immer spannender werdende, würdige, aber auch sehr düster und teils brutale Vorgeschichte zur bekannten "His Dark Materials"-Trilogie, die besser nach dieser gelesen werden sollte und den Auftakt für eine weitere Trilogie bildet. ¿¿¿¿