Alinas Karriere als Journalistin ist an einem Scheideweg,als sie die Chance für die Reportage über das Leben eines Obdachlosen bekommt.Auf der Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit, streift sie durch Köln und trifft dabei auf Daniel Bohm, der seit fünf Jahren auf der Straße lebt und gerade mit dem Schnitzen von Holzmäusen beschäftigt ist. Sie denkt, er könnte sich eignen und spricht ihn diesbezüglich an. Zuerst lehnt er ab, als er aber dringend Geld für eine Tierarztrechnung für seinen verletzten Hund benötigt,stimmt er zu. Daniel und Alina, gegensätzlicher könnten zwei Menschen nicht sein, doch je mehr sie sich kennenlernen,umso größer wird die Verbundenheit zwischen ihnen.Darf es Zuneigung zwischen so unterschiedlichen Menschen geben?
Das Buch hat mich von Anfang an sehr bewegt und in seinen Bann gezogen. Es ist keine Geschichte, die von großen Szenen lebt, sondern es sind die kleinen Dinge, welche in unserem Leben von so großer Wichtigkeit sind.Die aufkeimende Zuneigung zwischen den Protagonisten,erste zarte Gefühle,ein scheuer Kuss,der Autor versteht es hervorragend das zu transportieren,ohne jemals ins Kitschige abzudriften.
Das Buch regt zum Nachdenken über die Menschen an, an denen man im Alltag oft gedankenlos vorbei läuft, ohne etwas über ihr Schicksal zu wissen. Lange Zeit bleibt man beim Lesen auch über Daniels Geschichte im Unklaren.Als seine Vergangenheit offenbart wird ,hatte ich einen dicken Kloß im Hals.
Auch wenn bei dem Zusammentreffen von Vergangenheit und Gegenwart ein bisschen Glanz hereinleuchtet ,bleibt es realistisch und nachvollziehbar.Das Buch ,was auch von dem wunderbaren Vortrag von Maria Wördemann und Robert Stadlober lebte,rundete den Genuß ab.
Das Buch wird bestimmt noch einige Zeit nachhallen.