Erzählt wird hier eine bewegende Geschichte über zerbrochene Freundschaften, schmerzhafte Verluste und die Frage, ob es im Leben manchmal einen Neuanfang braucht.
Judith kehrt nach dem Ende ihrer Ehe an einen Ort in Schweden zurück, der für sie viele Erinnerungen bereithält. Dort trifft sie auf Evi, ihre frühere beste Freundin, mit der sie seit vielen Jahren zerstritten ist. Alte Verletzungen kommen wieder hoch, und es wird deutlich, dass zwischen den beiden Frauen noch längst nicht alles ausgesprochen ist. Dann ist da Marga, eine ältere Frau, die trotz eines schweren Schicksalsschlags ihren Lebensmut nicht verloren hat und bei jedem Wetter schwimmen geht. Nach und nach erfahren Judith und Evi mehr über Margas bewegende Vergangenheit.
Mir hat besonders die Atmosphäre der Geschichte gefallen. Die schwedische Landschaft wird so anschaulich beschrieben, dass man sich die kleine Insel und das Leben dort gut vorstellen kann. Auch die Themen Freundschaft, Verlust und Vergebung haben mich angesprochen. Es geht um Menschen, die vom Leben enttäuscht wurden, mit ihrer Vergangenheit kämpfen und trotzdem versuchen, wieder nach vorne zu schauen.
Allerdings ist Die Regenschwimmerin kein Hörbuch, bei dem ständig etwas Aufregendes passiert. Die Geschichte entwickelt sich eher ruhig und lebt vor allem von den Gedanken und Gefühlen der Figuren. Das passt grundsätzlich zum Thema, aber stellenweise hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht. Nicht jede Entwicklung hat mich gleichermaßen gepackt, und manches hätte für meinen Geschmack etwas weniger ausführlich erzählt werden können.
Die Lesung von Tessa Mittelstaedt passt sehr gut zur ruhigen, gefühlvollen Atmosphäre des Romans. Sie vermittelt die unterschiedlichen Stimmungen angenehm und einfühlsam, sodass man sich gut auf die Schicksale der Frauen einlassen kann. Gerade bei einer Geschichte, in der so viele unausgesprochene Gefühle und alte Verletzungen eine Rolle spielen, ist das für mich ein wichtiger Pluspunkt.