Herzklopfen in der Bergpraxis von Jana Lukas erschien im Heyne Verlag. Das Hörbuch wurde bei Lausch Medien von Cornelia Prescher und Martin Kuupa eingelesen. Beide Sprecher machen einen großartigen Job. Durch den Wechsel weiß ich jederzeit, wer gerade den Hauptpart erzählt. Cornelia Prescher verleiht auch den männlichen Figuren eine passende Stimme, sodass die Dialoge sehr lebendig wirken. Das Stimmalter passt perfekt zu den Protagonisten, die in der dritten Person erzählt werden. So war es für mich einfach ein reiner Hörgenuss.
Die Protagonistin Sanna war mir vom ersten Moment an sympathisch. Sie beschreibt die Menschen, den Ort und ihre Praxis, die sie gemeinsam mit ihrem Bruder Simon und ihrer Mutter führt, sehr anschaulich. Dabei kombiniert sie klassische Schulmedizin mit alternativen Wegen. So stellt man sich eine Landarztpraxis vor.
Im Kontrast dazu steht Mats, ebenfalls Arzt, der bisher das Adrenalin der Notaufnahme brauchte. Spannend war zu verfolgen, wie er sich in Waldkirch zurechtfindet.
Ich habe das Hörbuch in vielen kleinen Etappen genossen, vor allem auf dem Rückflug, denn ein gutes Hörbuch ist für mich ideal, wenn Schlaf rar ist. Geschichte und Sprecher ergänzen sich hier perfekt.
Jetzt freue ich mich darauf, auch die folgenden beiden Bände zu lesen bzw. zu hören. Ich will unbedingt wissen, wie es mit Sanna weitergeht, ob Simon als Ersatz für Rosi, seinem VW Bus, eine wahre Liebe findet und ob die Praxis auf Dauer in Familienbesitz bleibt.
Sehr positiv fand ich auch das Vorwort der Autorin. Jana Lukas gibt Einblicke in ihre Recherche und weist darauf hin, dass man das Buch nicht zur Diagnose oder Behandlung verwenden kann. Ich finde eine schöne, verantwortungsvolle Ergänzung zur fiktiven Geschichte. Von mir gibt es eine klare Hör- und Leseempfehlung.